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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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166 | Theoretische Voraussetzungen das Vorhanden- bzw. Nicht-Vorhanden-Sein eines finiten Verbs, seine Ver- bvalenz sowie weitere Projektionspotenzen als zugrundeliegende Kriterien) aufzugreifen. Damit geht eine recht breite Definition der Ellipse (bzw. hier: kompakter Strukturen) einher, die als grobes Raster die Vielfalt des Phänomens nicht im Detail abzubilden vermag. Schließlich werden in der mündlichen In- teraktion neben kontextkontrollierten und kontextabhängigen Ellipsen u.a. auch kookkurierende Äußerungen oder etwa projizierende Äußerungen wie z.B. kataphorische Bewertungen (vgl. Imo 2016: 222223) von den Sprecher/-innen in unterschiedlichen funktionalen Kontexten eingesetzt. Beispielhaft sei hier mit Imo eine Äußerung wie die folgende zitiert: „Voll kacke. Ich muss gleich auch wieder fleißig sein“ (Imo 2016: 222) Imo weist zurecht darauf hin, dass es für die hier vorgenommene Bewertung voll kacke zu kurz greift, diese lediglich als Prä- dikativkonstruktion (nach dem Muster das ist voll kacke), die sich anaphorisch auf zuvor Geäußertes rückbezieht, zu rekonstruieren. Vielmehr spielen derlei Bewertungsäußerungen in der Interaktion eine gesprächssteuernde Rolle und operieren nicht ana-, sondern kataphorisch. Mit Blick auf die hier vorgenom- mene Segmentierung muss also kritisch angemerkt werden, dass sehr unter- schiedliche Äußerungen unter den Grundeinheiten – also etwa auch unter KomS (kompakte Strukturen) – versammelt sind. Dies gilt es u.a. auch bei der oben vorgestellten Verteilung der Einheitentypen (vgl. Kapitel 3.3.4.) in den drei Teilkorporoa ED; JD und GF einschränkend zu berücksichtigen. In Bezug auf das Setting der Gesprächsaufnahmen ist darüber hinaus daran zu erinnern, dass die Segmentierung und Kategorisierung der Äußerungen le- diglich auf Basis von Audioaufnahmen passiert. Das Zusammenspiel sprachli- cher Ausdrucksformen mit nonverbalen Ausdrucksmitteln zu untersuchen ist auf Grundlage der in der vorliegenden Untersuchung verwendeten Audiospuren schlicht nicht möglich. Ein Pretest mit Audio- und Videoaufnahmen im Vorfeld der Untersuchung zeigte, dass die Installation einer Videokamera das Gefühl des Beobachtet-Seins bei den Proband/-innen erhöht und die Natürlichkeit der Gespräche damit stark beeinträchtigt hätte, weshalb die Wahl auf den Audiore- korder fiel. Bevor in den nächsten Kapiteln verschiedene syntaktische Phänomenberei- che im Vergleich der jugendlichen mit den erwachsenen Proband/-innen fokus- siert werden, soll – die theoretischen und methodischen Überlegungen ab- schließend – noch einmal betont werden, dass es sich bei den für das quantifizierende Vorgehen festgelegten Annotationskategorien (KS, MS, KomS, AK und NZ) um ein operationales Set handelt. Dieses Analysewerkzeug dient dazu, die quantitativ orientierten Fragestellungen nach Vorkommen und Fre- quenz einzelner syntaktischer Phänomene zu bewältigen. Vertiefende Einsich-
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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