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172 | Empirische Analysen
sierung des expressiven Intensivierers voll auf, der prädikativ (Bsp. 46), attribu-
tiv (Bsp. 47) und adverbial (Bsp. 48) verwendet werden kann.
Beispiel 46: do sein die werbungen immer volle KURZ; [JD 13, Z. 12]
'Da sind die Werbungen immer voll kurz.'
Beispiel 47: i find des is sein (.) voll coole SOchen; [JD 2, Z. 251f.]
'Ich finde, das ist sind voll coole Sachen.
Beispiel 48: und nochand (.) hom mia hetz amol voll OBgläschtert über de; [JD 14, Z. 305]
'Und dann haben wir jetzt einmal voll abgelästert über die.'
Im adverbialen Gebrauch zeigt sich bei den Osttiroler Jugendlichen dabei eine
zusätzliche Variabilität, wenn es um die Position des Intensivierers voll geht:
Dieser steht meist vor dem zu modifizierenden (finiten oder infiniten) Vollverb,
kann aber auch weiter vorne im Mittelfeld realisiert werden und mitunter auch
in verneinten Konstruktionen auftreten, wie die folgenden Beispiele zeigen:
Beispiel 49: i hob voll so geBLUAtet- [JD 14, Z. 1472]
'Ich habe voll so geblutet.'
Beispiel 50: <<lächelnd>du hoscht_s voll nit AUFgessen>; [JD 13, Z. 1191]
'Du hast es voll nicht aufgegessen.'
Aufgrund der niedrigen Belegzahl in diesem Bereich der Intensivierung muss
die tiefergehende Analyse von voll (und anderen expressiven Intensivierern) in
adverbialer Verwendung späteren Arbeiten anhand eines größeren Korpus mit
Freizeitkommunikation vorbehalten bleiben.217
Nach der Auswahl der Phänomenbereiche syntaktischer Variation hinsicht-
lich eines möglicherweise bestehenden alterspräferentiellen Vorkommens ver-
schiedener Varianten, ihrer Frequenz und der statistischen Überprüfbarkeit der
Verteilungen ergeben sich die folgenden Teilgebiete der wissenschaftlichen
Auseinandersetzung, die sich zu den drei Großbereichen Parataxe/Hypotaxe,
Serialisierung und Kompaktheit gruppieren lassen. Die nachfolgende Tabelle
gibt einen Überblick über diese hier fokussierten Phänomenbereiche und fasst
zentrale Forschungsarbeiten, auf denen die Überlegungen aufbauen, zusam-
men:
||
217 Die Verwendung expressiver Intensivierer in prädikativen Nominalphrasen wird jedoch in
Kapitel 4.3.1. genau analysiert. Dort findet sich auch eine allgemeine Beschreibung formaler
Charakteristika und Verwendungsweisen von expressiven Intensivierern.
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Jugendkommunikation und Dialekt
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Titel
- Jugendkommunikation und Dialekt
- Untertitel
- Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Autor
- Melanie Lenzhofer
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-050330-2
- Abmessungen
- 14.8 x 22.0 cm
- Seiten
- 502
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute