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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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186 | Empirische Analysen in ihrem Aufsatz zur Verbstellungsvariation in weil-Sätzen darauf hin, dass es in diesem Bereich Konstruktionen gibt, die nicht eindeutig der Verbletzt- oder der Verbzweitstellung zugeordnet werden können. Sie identifiziert zwei in Bezug auf die Selektion der Daten problematische Vorkommenstypen: erstens weil- Sätze, die eine ambige Verbstellung aufweisen, und zweitens Abbrüche der weil-Konstruktion. Bei ersteren handelt es sich um weil-Konstruktionen wie in Beispiel (61), de- ren finites Verb sowohl als an zweiter als auch als an letzter Stelle stehend be- trachtet werden kann: Beispiel 61: ED 1, Z. 1041-1045: „Arbeiten und Lernen“ 1041 Tri: so wie wie der wie der [NAme] der hot hetz decht mit seiner OAbeit und mit_n LERnen und so woasch eh aa nit so viel !ZEIT!; 1042 → °h (-) weil (-) der [name] sog er GEHT morgen, 1043 WOASCH so irgendwo- 1044 er hot sei fixe OAbeit, 1045 der muass nit LERnen. 'So wie der [Name], der hat jetzt doch mit seiner Arbeit da mit dem Lernen und so, weißt du, eh auch nicht so viel Zeit. Weil der [Name] sagt er geht morgen, weißt du, so irgendwo, er hat seine fixe Arbeit, er muss nicht lernen.' Bildet man die Perfektform des betreffenden Verbs, so wird die Ambiguität in (61) noch deutlicher: Beispiel 61: weil der [Name] sagt → Verbzweit- oder Verbletztstellung? (a) weil der [Name] hat gesagt → Verbzweitstellung (b) weil der [Name] gesagt hat → Verbletztstellung Lediglich die kurze Pause nach der Konjunktion weil könnte dahingehend in- terpretiert werden, dass die Konstruktion Richtung Verbzweitstellung tendiert. Da jedoch in den vorliegenden Korpora auch weil-Sätze mit Verbletztstellung und einer Pause nach der Subjunktion vorliegen, kann dies nicht als hinrei- chender Grund für die Zuteilung zu den weil-Konstruktionen mit Verbzweitstel- lung gesehen werden.237 || 237 Dass die Annahme, nur weil-Verbzweitsätze könnten intonatorisch non-integrativ reali- siert werden, empirisch nicht haltbar ist, wird auch bei Hannes Scheutz (1998) belegt. Im Übri- gen ist umgekehrt das Anzeigen der Nicht-Integration des weil-Satzes mit Verbzweitstellung
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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