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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Serialisierung | 255 Äußerungen mit Artikelverdoppelung (Bsp. 160) sowie – mitunter vom selben Sprecher verwendet – im gleichen Kontext mit einmaligem indefinitem Artikel (Bsp. 161). Die Artikelverdoppelung kann auch in verneinten Äußerungen mit quantifizierendem Determinierer kein auftreten, wie Bsp. (162) zeigt.317 Beispiel 159: de isch so a HAMmer. [JD 7, Z. 1238] 'Die ist so ein Hammer.' Beispiel 160: ((lacht leise)) <<flüsternd> a so a SCHA:ß>- [JD 23, 539, Sprecher Ste] 'Ein so ein Scheiß.' Beispiel 161: (--) i müss no oa JOAH. so a SCHEIß; [JD 23, Z. 681, Sprecher Ste] 'Ich muss noch ein Jahr [in die Schule gehen]. So ein Scheiß.' Beispiel 162: oba a !GSCHEIDS! handy;=ge- (---) koa so a schwuls I phone; [JD 7, Z. 501ff.] 'Aber ein gescheites [ordentliches] Handy [kaufen], gell? Kein so ein schwules I-Phone.' Die syntaktischen Parallelen zwischen der externen Realisierungsvariante voll_DET_NP und so-ein-Konstruktionen sind nicht von der Hand zu weisen und die Variabilität im Bereich der Artikelverdoppelung setzt sich in jenem der ex- ternen Intensivierung der Nominalphrase fort. Es stellt sich hier die Frage, ob neben syntaktischen möglicherweise auch semantische Charakteristika der phrasenexternen Intensivierung Erklärungsmuster für das Vorkommen dieses Phänomens liefern können. Mit Blick auf die semantische Spezifik der in der Osttiroler Jugendkommunikation belegten Intensivierer mit phrasenexterner Realisierung ist mit Breindl (2007) festzuhalten, dass das besonders frequente voll/völlig ein „Intensitäts-Adjektiv mit eingeschränkter attributiver Verwend- barkeit“ (Breindl 2007: 401) ist, während andere Intensivierer wie absolut, total, echt oder ganz eine breite attributive Verwendbarkeit aufweisen. Das Oszillieren von voll zwischen den unflektierbaren „echten“ Intensitätspartikeln wie sehr, überaus, besonders und der offenen Gruppe der „polysemen Intensifikatoren“ (Breindl 2007: 401) wie absolut, äußerst, echt, extrem, die sowohl intensivierend als auch nicht-intensivierend fungieren können, könnte ebenfalls begünstigend auf die Stellungsalternation wirken. Ob sich diese Variabilität lediglich in Kom- bination mit dem definiten Artikel oder dem quantifizierenden Determinierer kein zu einer phrasenexternen Realisierung zukünftig zu stabilisieren vermag, müsste anhand größerer Datenmengen weiter beobachtet werden. || 317 Dieser Subtyp der Artikelverdoppelung wird auch bei Merkle (2005: 90) erwähnt. Der Autor weist darauf hin, dass kein nur in Kombination mit so ein- möglich ist, nicht aber mit anderen Gradausdrücken wie ganz oder voll (vgl. a gonz a schens Haus - *ka gonz a schens Haus vs. a so a schens Haus – ka so a schens Haus.).
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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