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300 | Empirische Analysen
zeichnet werden können, sodass drittens der bei Patocka ohnehin nur schwach
berücksichtigte Raum Osttirol mit neuen Belegen und Analyseergebnissen er-
gänzt werden kann.371
Dabei stellen sich folgende leitende Forschungsfragen:
– Welche Stellungsvarianten des finiten Verbs können in den untersuchten
Gesprächen belegt werden?
– In welcher Frequenz tauchen die jeweiligen Stellungsvarianten in den Teil-
korpora auf?
– Zeichnet sich in Häufigkeit und/oder Form der Belege ein Unterschied zwi-
schen den jugendlichen und den erwachsenen Sprechern ab? und
– Welche Gründe für die Stellungsalternation an sich bzw. für die Bevorzu-
gung eines Serialisierungstyps können eruiert werden?
Zur Beantwortung dieser forschungsleitenden Fragen werden zunächst mehr-
gliedrige Verbalkomplexe im Verberst- und Verbzweitsatz (Kapitel 4.3.3.1.) und
anschließend mehrgliedrige Verbalkomplexe im Verbletztsatz (Kapitel 4.3.3.2.)
hinsichtlich ihrer formalen Charakteristika und der absoluten und relativen
Häufigkeiten der einzelnen Realisierungs-varianten beleuchtet. Die Analyse zu
den formalen Charakteristika und den Realisierungs-varianten dieser zwei Be-
reiche der Serialisierung wird ergänzt durch eine Diskussion möglicher Ein-
flussfaktoren für diese Phänomene der Variation der Wortstellung im Verbal-
komplex (Kapitel 4.3.3.3.). Das Fazit (Kapitel 4.3.3.4.) fasst schließlich die
wichtigsten Erkenntnisse der vorangegangenen Überlegungen zusammen.
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371 Für vergleichende Ausführungen zu Verbstellungsphänomenen in den bairischen und
alemannischen Dialekten Österreichs sei auch auf Schallert (2013; 2014a; 2014b) verwiesen. Da
sich Schallert in Bezug auf die bairischen Dialekte in Österreich hauptsächlich auf die Mono-
graphie von Patocka (1997) sowie auf die österreichische Wenkererhebung der Jahre 1926 und
1929 stützt und lediglich für das Alemannische in Vorarlberg neuere Daten heranzieht (vgl.
Schallert 2014a: 264265), werden im Folgenden mit Blick auf das Bairische in Österreich
Patockas Ergebnisse als Vergleichgrundlage mit den in Osttirol erhobenen Daten fokussiert.
Auf weiterführende Ergebnisse Schallerts zum Vergleich mit dem Alemannischen in Österreich
wird jeweils an geeigneter Stelle hingewiesen. Mit Blick auf das Bairische in Österreich ist
darüber hinaus das von Hannes Scheutz durchgeführte Projekt „Deutsche Dialekte im Alpen-
raum“ (online unter: http://www.argealp.org/atlas/index.html (16.12.2016)) zu nennen, in
dessen Rahmen u.a. die Serialisierung im Verbalkomplex beleuchtet wird. Da es hier jedoch
lediglich zu einem einzigen Aufnahmeort in Osttirol (Hopfgarten in Defereggen) Informationen
gibt, sind die Ergebnisse dieses Projekts nur eingeschränkt relevant für die vorliegende Arbeit.
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Jugendkommunikation und Dialekt
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Titel
- Jugendkommunikation und Dialekt
- Untertitel
- Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Autor
- Melanie Lenzhofer
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-050330-2
- Abmessungen
- 14.8 x 22.0 cm
- Seiten
- 502
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute