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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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Serialisierung | 317 Darüber hinaus finden sich in Teilkorpus JD noch zwei Belege für die II-I-III- Abfolge sowie ein Beleg für die III-II-I-Abfolge dieses Subtyps, für die in Patockas Korpus keine Beispiele enthalten sind:398 – 3d: SUB … EINF/PTmodII - FINauxt{h}I - INFIII (=II-I-III): wenn i gemiasst hon KELLnern; [JD 22, Z. 972] 'als ich gemusst habe kellnern' wie ma gemiasst hom die MAPpen ogeben [JD 8, Z. 985] 'als wir gemusst haben die Mappen abgeben' – 3d: SUB … INFIII - EINF/PTmodII - FINauxt{h}I (= III-II-I): weil i jo die BIbel obe trogen gemiasst hon af_n friedhof [JD 2, Z. 909] 'weil ich ja die Bibel hinunter tragen gemusst habe auf den Friedhof' Bezüglich der drei- (bzw. viergliedrigen) Varianten der Kookkurrenztypen 3c und 3d ist laut Patocka davon auszugehen, dass die Variation in diesem Bereich u.a. deswegen so stark ausgeprägt ist, weil er über den dialektalen Sprachge- brauch hinaus auch auf Ebene der einzelnen Standardvarietäten im deutschen Sprachraum eine Rolle spielt.399 So ist in Österreich die „vielfach als österreich- typisch betrachtete Variante III-I-II die dominierende […], wenigstens in den nördlichen Regionen.“ (Patocka 1997: 280281) Belege für die I-III-II- Standardabfolge (dass er hat arbeiten müssen) finden sich v.a. im östlichsten Teil Österreichs (Wien, Niederösterreich und dem Burgenland; vgl. Abbildung 30), Patocka stellt jedoch auch dort einen schwankenden Gebrauch dieses Typs konkurrierend zu den anderen Varianten fest. Für Kärnten und Osttirol sind in Patockas Korpus keine Belege vorhanden. In Nordtirol finden sich aber auch Belege für die I-II-III-Variante (dass er hat müssen arbeiten). Die dialektal präfe- rierte Variante ist demnach „nicht im gesamten Bundesgebiet (bzw. im bairi- schen Teil davon) die mit III-I-II, sondern es kommt durchaus auch die […] Standardvariante I-III-II vor, darüber hinaus auch die wohl konservativere I-II- III“ (Patocka 1997: 281). Ergänzend zu untenstehender Karte von Patocka (1997: 280) (vgl. Abb. 30) sei mit Blick auf Vorarlberg auf die Ergebnisse bei Schallert (2013; 2014a) verwiesen: Der Autor hält nämlich für die I-II-III-Variante fest, || 398 Patocka bekräftigt, dass es theoretisch sechs verschiedene Möglichkeiten der Verbabfolge gibt, „von denen aber nur drei (möglicherweise vier) tatsächlich genutzt werden.“ (Patocka 1997: 278) Es zeigt sich aufgrund der hier vorliegenden Belege also, dass neben den drei von Patocka beschriebenen Abfolgetypen im Osttiroler Korpus noch zwei weitere nachgewiesen werden können. 399 Zur Serialisierung des Modalverbkomplexes in den Standardvarietäten vgl. auch Zeman (1988), Ammon (1995: 176) und Scherr/Niehaus (2013).
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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