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Jugendkommunikation und Dialekt - Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
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342 | Empirische Analysen FĂŒr die eben erwĂ€hnte Tilgungsrestriktion (Artikel kann in einer PrĂ€positi- onalphrase nicht ohne PrĂ€position realisiert sein) erwĂ€hnt Vanessa Siegel (2014: 82) zwei Ausnahmen: Erstens können Possessivpronomen als Begleiter erhalten bleiben, auch wenn die PrĂ€position nicht realisiert ist. Als Beispiel nennt Siegel die Äußerung weil ich will ja nicht Leben lang meine Beruf gehen425 und hĂ€lt fest: „Vermutlich bleiben selbst in typischen Tilgungskontexten mit direktionalen Verben Possessiva erhalten, selbst wenn die PrĂ€position nicht realisiert ist“ (Siegel 2014: 81). BegrĂŒndet sei dies in „ihrer zusĂ€tzlichen deikti- schen und besitzanzeigenden Kraft“ (Siegel 2014: 82). Als zweite Ausnahme können Quantoren mit Fokusakzent wie in der Äußerung und dann kommen wir auch nicht nur (.) EIne Seite im Text vor. festgehalten werden.426 In den hier un- tersuchten Teilkorpora JD, ED und GF sind keine Belege fĂŒr diese von Siegel genannten Ausnahmen zu finden. Jedoch ist folgende Äußerung in GesprĂ€ch JD 4 belegt: Beispiel 237: Ø welche KLASse geht_a. [JD 4, Z. 335f.] '[In] welche Klasse geht er.' In diesem Beleg wĂ€re aus normgrammatischer Perspektive eine PrĂ€position- alphrase, bestehend aus der PrĂ€position in, dem Interrogativpronomen bzw. -artikel welche und dem Nomen Klasse, zu erwarten. Das Beispiel bildet den einzigen Belegtypus in den Teilkorpora JD und ED, bei dem zwar die PrĂ€po- sition wegfĂ€llt, der Begleiter jedoch erhalten bleibt. Auch hierfĂŒr können – Ă€hn- lich wie im Fall der betonten Quantoren bzw. der Possessivpronomina – wieder semantisch-pragmatische GrĂŒnde angenommen werden. In seiner syntakti- || 2014). In den Äußerungen der untersuchten Migrationsjugendlichen ist die Kasusmarkierung bei den adjektivischen Attributen nĂ€mlich hĂ€ufig nicht gegeben. Zum Teil wird der standard- grammatisch erwartbare Kasus von den Sprecher/-innen sogar mit realisierter PrĂ€position nicht umgesetzt, wie Siegel (2014, 84) etwa anhand des Belegs „du bist doch aus kurdische krieg gekommen“ veranschaulicht. 425 Genauere Informationen darĂŒber, wie stark bestimmte Konstruktionen in den Äußerun- gen der Stuttgarter Jugendlichen aus zweiter Einwanderergeneration von der jeweiligen zwei- ten Muttersprache (neben Deutsch z.B. TĂŒrkisch) beeinflusst sein könnten, und inwiefern hier eine Abgrenzung zu PhĂ€nomenen der Sprachvariation innerhalb des Deutschen gelingen kann, wird in dem Aufsatz nicht nĂ€her ausgefĂŒhrt. 426 Dass in diesem Fall zwar der (definite) Artikel, nicht aber der Quantor weggelassen wer- den kann, hĂ€ngt wohl mit der schwach ausgeprĂ€gten FunktionalitĂ€t des Artikels in Konstrukti- onen dieser Art zusammen. Darauf verweist auch Peter Auer: „In vielen Kontexten ist der definite Artikel im Deutschen arbitrĂ€r und funktionslos, etwa wenn er vor Quantoren oder Superlativen steht [
].“ (Auer 2013: 35).
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Jugendkommunikation und Dialekt Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Titel
Jugendkommunikation und Dialekt
Untertitel
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
Autor
Melanie Lenzhofer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-050330-2
Abmessungen
14.8 x 22.0 cm
Seiten
502
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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