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Aufbegehren ein Aar, der seine mächtigen Schwingen erst auszubreiten be-
gann, wobei die angeblich rein wissenschaftlichen Argumentationsweisen
nicht ohne politische Signifikanz waren.41 Der Geist der Revolution des Jah-
res 1848 wehte in den letzten Jahren des Vormärz schon in den Reihen der
gegen das alte, von Raimann verkörperte System der Medizin aufbegehren-
den Ärzteschaft: „In der medicinischen Facultätsversammlung der ärztlichen
Genossenschaft Wiens erhob man sich schon 1844 gegen das Regiment des
‚Facultäts-Tyrannen‘ J. N. v. Raimann; aber erst 1847 gelang es eine Revisi-
on der Statuten durchzusetzen und eine größere Selbstständigkeit zu gewin-
nen. ‚Die Wiener medicinische Facultät durfte sich rühmen, in dem absolu-
ten Oesterreich schon das leuchtende Vorbild einer erfolgreichen parlamen-
tarischen Thätigkeit geliefert zu haben,‘ schreibt Reschauer.“42 Von einem
41 Hier kann die medizingeschichtliche Entwicklung in Österreich freilich nur ganz leicht
am Rande gestreift werden. Einen groben Überblick über diese Materie bieten Anna
Ehrlich, Ärzte, Bader, Scharlatane. Die Geschichte der Heilkunst in Österreich (Wien
2007); Burghard Breitner, Geschichte der Medizin in Österreich (Wien 1951). Zur Ge-
schichte der Medizin allgemein vgl.: Dominik Groß, Sabine Müller, Jan Steinmetzer
(Hrsg.), Normal – anders – krank? Akzeptanz, Stigmatisierung und Pathologisierung im
Kontext der Medizin. Humandiskurs – Medizinische Herausforderungen in Geschichte
und Gegenwart (Berlin 2008); Bernhard Kathan, Das Elend der ärztlichen Kunst. Eine
andere Geschichte der Medizin (Wien 1999); Charles Lichtenthaeler, Geschichte der
Medizin. Die Reihenfolge ihrer Epochen-Bilder und die treibenden Kräfte ihrer Entwick-
lung, 2 Bde. (Köln, Lövenich 1974); Max Neuburger, Julius Pagel (Hrsg.), Handbuch
der Geschichte der Medizin. Begründet von Dr. med. Theodor Puschmann, 3 Bde.; Bd.
1: Altertum und Mittelalter; Bd. 2: Die Neuere Zeit, Teil 1; Bd. 3: Die Neuere Zeit, Teil
2 (Jena 1902; 1903; 1905); Heinrich Schipperges, Utopien der Medizin. Geschichte und
Kritik der ärztlichen Ideologie des neunzehnten Jahrhunderts (Salzburg 1968); Stefan
Schulz u.a. (Hrsg.), Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Eine Einführung (Frank-
furt/Main 2006); Eduard Seidler, Geschichte der Medizin und der Krankenpflege (Stutt-
gart 61993); Gottfried Stangler u.a. (Hrsg.), Kunst des Heilens. Aus der Geschichte der
Medizin und Pharmazie. Katalog zur Niederösterreichischen Landesausstellung 1991
(Wien 1991). Zur Geschichte der Medizin in Wien sei auf die zahlreichen Studien von
Helmut Gröger, Veronika Höfer, Sonia Horn, Michael Huberstorf, Manfred Skopec,
Thomas Mayer und anderer Mitarbeiter des Instituts für Geschichte der Medizin der
Med-Uni Wien verwiesen, vgl. http://www.meduniwien.ac.at/histmed/publikationen.htm.
Nur zwei aus diesem produktiven Forscherkreis hervorgegangene Arbeiten seien hier
angeführt: Sonia Horn, Zur Geschichte des Gesundheitswesens in Österreich in der Frü-
hen Neuzeit, in: Historicum 2004, S. 10-16; Sonia Horn, Susanne Claudine Pils (Hrsg.),
Sozialgeschichte der Medizin – Stadtgeschichte und Medizingeschichte (Wien, München
1998).
42 Puschmann, Die Medicin in Wien, S. 222.
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