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Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums - Europäische Museumskultur um 1800, Band 2
Seite - 506 -
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506 Bickendorf Marco Lastris L’Etruria pittrice sischen Antike zum Mittelalter als auch den Übergang vom Mittelalter zur Kunst der Re- naissance. So glaubte Mancini schon kurz nach der Jahrtausendwende beobachten zu können, wie sich in Rom, Siena, Modena und Florenz langsam lokale Schulen der Malerei ausgebildet hätten, die dann etwa zeitgleich um 1250 die Wendung in eine neue For- mensprache vollzogen haben sollten.7 Mancinis Gegenbild hatte weitreichende Folgen. Sein Entwurf unterstützte nachdrück- lich die „Entdeckung des Mittelalters“ im 17. Jahrhundert und regte eine ganze Reihe von Lokalforschern dazu an, sich dem mittelalterlichen Erbe an ihrem jeweiligen Heimatort zu- zuwenden. Zu den Folgen gehörten aber auch die anti-vasarianischen Polemiken und die entsprechenden Antworten aus Florenz. Die Auseinandersetzungen spitzten sich in den Jahren um 1680 zu regelrechten Parteikämpfen zu. Carlo Cesare Malvasia unterzog zuerst Vasari und die Vasari-Tradition in seinem Buch Felsina Pittrice (1678) einer vernichtenden Kritik, um in seinem nachfolgenden Werk Le Pitture di Bologna (1686) eine kunsthistorische Forschung nach dem Vorbild der experimentellen Naturwissenschaften zu fordern. Sein Kontrahent Filippo Baldinucci setzte dagegen zu einer Erneuerung von Vasaris Modell auf der Grundlage der neuesten Theorien und Methoden der historischen Forschung an. An dieser Stelle knüpfte Lastri an, nachdem mehr als hundert Jahre später die zentralen Fra- gen nach Ort und Zeit der rinascita und dem Primat der Schulen immer noch nicht geklärt worden waren. In der Sache vertrat er die Position von Vasari und Baldinucci, während er Abb. 10 Deposizione di Maria Vergine. Quadro di Giotto, in: Marco Lastri, L’Etruria pittrice, Bd. I, 1791, Tav. IX
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Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums Europäische Museumskultur um 1800, Band 2
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Titel
Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums
Untertitel
Europäische Museumskultur um 1800
Band
2
Autor
Gudrun Swoboda
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79534-6
Abmessungen
24.0 x 28.0 cm
Seiten
264
Kategorie
Kunst und Kultur
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