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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Seite - 148 -
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Christine Neugebauer-Maresch, Eva Lenneis148 Vedrovice nur in ganz wenigen Exemplaren belegt347, wäh- rend z.  B. aus Bayern erstaunlich viele vollständige Stücke bekannt sind348. Bei den Schmuckobjekten aus anderen Molluskenscha- len als Spondylus überwiegen ebenfalls die so beliebten ton- nen- bis röhrenförmigen Perlen (Abb.  48/29–2, 67-1–6, 91–2), bei einigen Stücken ist aufgrund der starken Frag- mentierung die ursprüngliche Form nicht mehr erkennbar (Abb.  48/G. 17, 17–3, 21–1) sowie auch bei einzelnen Spon- dylusobjekten (Abb.  48/14–1, 17–1, 18–2, 32–3). Bei den 124 kleinen Lithoglyphus naticoides-Schalen zeigten die Untersuchungen von M. Harzhauser erstmals klar die zur Herstellung der Öffnungen verwendete Schleiftechnik (Ka- pitel 5.3.3 und Abb.  50), deren Nutzung H. Brink-Kloke bei sehr ähnlichem Schmuck aus Theodoxus danubialis-Schalen von Essenbach-Ammerbreite in Bayern vermutete349. Wie bereits oben angeführt, nutzte man die kleinen Schnecken- schalen in der LBK am meisten, aber keineswegs ausschließ- lich zur Dekoration von Kopfbedeckungen, und zwar weit- aus häufiger von Erwachsenen als von Kindern350. Die Art der Nutzung der kleinen Süßwasserschnecken ist also wie- der innerhalb der LBK durchaus üblich, der alleinige Nach- weis bei einem Kleinkind oder dessen Fehlen bei erwachse- nen Personen ungewöhnlich. Die beiden gelochten Geweihknebel (Abb.  46/G. 7, 17/10) sind insgesamt seltene und immer – wie auch hier in Kleinhadersdorf – nur in Männergräbern vorkommende Schmuckobjekte. Der kleine hakenförmige Knochenknebel (Abb.  46/G. 9) gehört zu einer ebenfalls seltenen und etwas heterogenen Gruppe von Schmuckobjekten, die auch aus anderen (erhaltenen) Materialien gefertigt sein können und nur in einem Teilgebiet der LBK und nur in der älteren bis mittleren Phase vorkommen351. Gerade diese Knebel sind sehr gut auch aus organischem Material, besonders Holz, vorstellbar und machen einmal mehr die Bruchstückhaftig- keit der uns zur Verfügung stehenden Reste deutlich. 347. Podborský 2002a, 329–331. 348. Nieszery 1995, 183 Abb.  95. 349. Brink-Kloke 1990, 440. 350. Lenneis 2010. 351. Haack 2008, 123 grandeln zu finden waren, die doch immer wieder in LBK- Männergräbern auftauchen344. In Kleinhadersdorf wurden von den zehn Frauen vier mit Schmuck versehen (d.  h. 40  %), und zwar ausschließlich mit Spondylusschmuck. Damit stellen diese Gräber einen Anteil von 40  % der mit Spondylus ausgestatteten dar, wo- runter sich ja auch ein Grab mit fünf großen Perlen befindet (Grab Verf. 55). Während der Anteil der Frauen an allen Körpergräbern in Kleinhadersdorf nur 18,5  % beträgt, ist dieser z.  B. in Vedrovice um ein Vielfaches höher (37 Indivi- duen – 45,7  %), deren Anteil an Gräbern mit Spondylus- schmuck ist mit 52  % extrem hoch345. Übertroffen wird dies in den thüringischen Gräberfeldern, wo Spondylusschmuck ausschließlich in Frauengräbern zu finden war346, während – wie schon oben bei Besprechung der Männergräber er- wähnt – in Bayern die Ausstattung der Frauen mit diesen kostbaren Muscheln anteilsmäßig geringer war als bei den Männern. Die Schmuckformen aus Spondylus und anderen Mol- lusken (Abb.  48) sowie aus Geweih, Tierknochen und Stein (Abb.  49) fügen sich recht unauffällig in den „bandkerami- schen Kanon“. Wie schon mehrfach angedeutet, sind eigent- lich nur die Absenzen mancher Formen ungewöhnlich: So fehlen bei dem Spondylusschmuck vor allem die für die LBK so typischen Klappen mit zwei Löchern sowie die sog. V-Klappen, von beiden Typen dürften sich hier nur kleine Reste erhalten haben (Abb.  48/7–2, 32–3, 17–1). Die in Kleinhadersdorf am zahlreichsten angetroffenen tonnen- bis röhrenförmigen Perlen (Abb.  48/G. 1a, G. 15, 22–3) sind die allgemein häufigste Form, die nur aus einem Grab in fünf Exemplaren belegten rundlichen Perlen (Abb.  48/55– 3) scheinen auch allgemein etwas seltener zu sein. Die Spon- dylusarmringe sind hier nur durch ein einziges vollständiges sowie ein etwa zur Hälfte erhaltenes Stück (Abb.  48/G. 1c, G. 3) nachgewiesen. Interessanterweise ist diese Schmuck- form auch in dem so spondylusreichen Gräberfeld von 344. Lenneis 2007, 135–136. 345. Podborský 2002, 333. 346. Kahlke 2004, 39, 89
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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Titel
Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Autoren
Christine Neugebauer-Maresch
Eva Lenneis
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7001-7598-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Neolithic, LBK, cemetery, archaeology, prehistory, Kleinhadersdorf, Lower Austria, Neolithikum, Linearbandkeramik, Archäologie, Urgeschichte, Gräberfeld, Kleinhadersdorf, Niederösterreich
Kategorien
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