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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Seite - 152 -
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Christine Neugebauer-Maresch, Eva Lenneis152 BP  Werten angeordnet und wurden dann kalibriert. Nur ein Datum wurde weggelassen, weil es ein Ausreißer sein muss, da es bereits in das Mittelneolithikum datiert. Als ein Ergeb- nis kann gezeigt werden, dass die Oxford-Messungen sehr ähnliche Daten im Vergleich zu den VERA-Proben liefern. In Abb.  53 wird das Ergebnis der Summenkalibration gezeigt. Auf dem 1-Sigma-Niveau erhalten wir eine Zeit- spanne von 5220 bis 4980 cal BC. Dies steht im Einklang mit der absoluten Chronologie, obwohl es mit Bayes’scher-Mo- dellierung verfeinert (siehe unten) werden sollte. In Abb.  54 werden die archäologischen Informationen (das ist die Zuordnung der Proben zu archäologischen Pha- sen durch Eva Lenneis) mit den 14C-Daten kombiniert. Der „Agreement-Coefficient“ für diese Sequenzierung gibt nur einen Wert von 37,6  % und so bleibt er weit unter dem not- wendigen Wert von 60  %, ab dem man sagen könnte, dass die Phasen-Informationen mit den archäologischen Radio- karbondaten korrelieren. Mit anderen Worten, die archäo- logische Relativchronologie der acht Proben steht im Wi- derspruch zu den 14C-Ergebnissen. Unter Benutzung der einzelnen 14C-Daten können wir einige weitere Gedanken herausarbeiten. Es gibt keine Grä- ber für die Phase Ia in Kleinhadersdorf, sodass der Friedhof wahrscheinlich in Phase Ib begonnen hat. In der Phase Ib gibt es zwei Daten, die in guter Korrelation zur Gesamt- Sequenz stehen, weil die einzelnen Korrelationskoeffizien- ten Werte von 96,9  % und 93,0  % aufweisen. In der Phase IIa ergibt die Probe VERA 2167 einen Koeffizienten von nur 56,1  %, weil das Datum zu jung für diese Phase ist, so- mit wird die Zuordnung dieser Probe zur Phase IIa infrage gestellt. Die Phasen IIb und IIc geben eine ausreichende Korrelation, obwohl wir nur eine Probe pro Phase haben. Für Phase III würde VERA 2165 eine gute Korrelation mit 84,1  % liefern, aber VERA 2172 ist viel zu alt und liefert einen Koeffizienten von nur 38,5  %. Tabelle 37 zeigt die Absolutchronologie für das Gräber- feld von Kleinhadersdorf. Dieses Ergebnis sollte mit Vor- sicht betrachtet werden, da es sich aus einer Sequenzierung mit ungenügender Korrelation ergibt. Auf der anderen Seite müssen wir zufrieden sein mit diesem Ergebnis, da wir kein Besseres für den Moment vorweisen können. Es scheint, dass die Probleme, die wir hier bei Kleinhadersdorf zwi- schen archäologischer Zuordnung der Phasen und 14C-Da- ten haben, ähnlich sind, wenn wir eine größere Anzahl von 14C-Daten verwenden. So ist es zu diskutieren, ob es nicht möglich ist, die archäologische Zuordnung zu Phasen oder die Relativchronologie durch die Anwendung quantitativer Methoden wie Seriation oder Korrespondenz-Analyse, die in Zukunft gemacht werden sollen, zu verbessern. Die Länge der Phasen ist zu kurz, mit Ausnahme der Phase IIb. Hier wäre es hilfreich, mehr 14C-Proben als 1 oder 2 pro Phase zu haben. Die Zunahme der Proben pro Phase würde dann hoffentlich zu einem Sequencing ohne Widersprüche führen. 6.2 Verteilungskartierungen 6.2.1 Einleitung (Eva Lenneis) Basis für die hier präsentierten Kartierungen waren das im Anhang wiedergegebene Gesamtinventar (Kapitel 9.2) als Excel-Datei sowie der von Tanja Stadler-Denisova und Pe- ter Stadler in AutoCAD digitalisierte Grabungsplan. Die für die quantitativen Analysen angewandten Me- thoden sowie das von P. Stadler entwickelte Programm WinSerion wurden bereits mehrfach ausführlich erläutert, weswegen wir uns hier auf zwei entsprechende Publikati- onshinweise beschränken wollen: Stadler 2001 P. Stadler, Auswertungen mit WinSerion 1.0. In: Lenneis, Lüning 2001, 47–49 mit zahlreicher weiterführender Literatur. Stadler 2005 P. Stadler, Quantitative Analysen zur Archäologie der Awaren, Mitteilungen der Prähistorischen Kommission 60, Wien 2005. Serion Suite http://www.winserion.org Daten auf dem 1 σ Niveau, Jahre BC Proben Zeitspanne beginnt mit höchster Wahrscheinlichkeit Zeitspanne endet mit höchster Wahrscheinlichkeit Dauer Phase Anzahl Min. Max. Mw. Min. Max. Mw. Min. Max. Mw. Ib 2 5250 5120 5185 5210 5110 5160 90 140 25 IIa 2 5210 5110 5160 5190 5060 5125 80 150 35 IIb 1 5190 5060 5125 5090 5020 5055 30 170 70 IIc 1 5090 5020 5055 5050 4995 5023 30 95 33 III 2 5050 4995 5023 5020 4930 4975 25 120 48 8 211 Tabelle 37: Absolutchronologie des Gräberfeldes von Kleinhadersdorf durch Sequencing der archäologisch bestimmten Phasen.
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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Titel
Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Autoren
Christine Neugebauer-Maresch
Eva Lenneis
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7001-7598-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Neolithic, LBK, cemetery, archaeology, prehistory, Kleinhadersdorf, Lower Austria, Neolithikum, Linearbandkeramik, Archäologie, Urgeschichte, Gräberfeld, Kleinhadersdorf, Niederösterreich
Kategorien
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