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Die Struktur des Gräberfeldes von Kleinhadersdorf 181
Neonatus (Verf. 5–2) zusammen mit einer jungen Frau so-
wie weitere Kleinkinder (Verf. 18=G. 9; Verf. 24= G. 10).
Nur ein Kleinkind (Verf. 22) findet sich abseits dieser „Rei-
he“ weiter westlich. Die eben beschriebene Gruppierung
der Kindergräber erinnert an jene in der NW-Gruppe.
Während in der NW-Gruppe und im nördlichen sowie
östlichen Bereich der zentralen Gruppe jeweils 3–4 Män-
nergräber eng beieinander liegen, sind es hier zwei Frauen-
gräber (G. 1b, G. 1c), die eine solche Kleingruppe bilden, ein
drittes Frauengrab (Verf. 5–1) findet sich etwas nördlich in
der „Kinderreihe“. Allerdings bilden alle Frauengräber der
zentralen Gruppe ebenfalls eine Reihe von SW nach NO,
von G. 1b bis G. 15. Es ist kaum zu beurteilen, welche der
eben angeführten Gruppierungen intentionell und welche
zufällig zustande kamen. Die Männergräber liegen in die-
sem SW-Teil der zentralen Gruppe verstreut, so eines (Verf.
17) östlich des südlichsten Kindergrabes aus deren Reihe,
ein anderer Mann (G. 1a) findet sich unmittelbar im SW der
kleinen Frauengruppe, ein dritter ziemlich weit abseits im
SW (Verf. 90=G. 4). Zwischen den zuletzt genannten Män-
nergräbern gibt es nur alt ausgegrabene Grabgruben ohne
bestimmbare Reste (Verf. 21, Verf. 23=G. 5) sowie ein völlig
zerstörtes Grab (Verf. 89).
Die eben besprochene zentrale Gruppe weist die ausge-
prägteste Strukturierung in zwei kleine Männer- und eine
kleine Frauengruppe sowie die Aneinanderreihung der Kin-
dergräber auf. Der Anteil der Leergräber sowie der nicht
bestimmbaren Gräber ist hier zwar kleiner als in den ande-
ren Grabgruppen, dennoch ist dadurch die Interpretation der beobachteten Struktur erschwert. Eine Besonderheit
dieser Grabgruppe gilt es noch zu ergänzen: Nur hier sind
die Personen mit deutlich niedrigeren δ15N-Werten zu fin-
den, also jene, deren Ernährung fleischarm war. Es handelt
sich um drei Männer (G. 8, G. 16, G. 19) sowie ein vermut-
lich männliches Kleinkind (G.
09). Dieser Befund ist höchst
ungewöhnlich, da Männer zumeist eher erhöhte δ15N-Werte
aufweisen (Details siehe Kapitel 6.4). Weiter gibt es in dieser
Gruppe auch noch eine Frau (Verf. 5–1), deren Knochen-
analysen aufgrund extrem niedriger δ13C-Werte eine rein
vegetarische Ernährung indizieren (siehe auch Kapitel 7.3).
Südliche Grabgruppe (4)
Südlich der zentralen Grabgruppe ist zunächst eine kleine,
kompakte Gruppe (4) zu sehen, die von N nach S aus einem
Kleinkindergrab (Verf. 26), zwei Leergräbern (Verf. 27, 28)
und einem Männergrab (Verf. 29) besteht. Die Belegungs-
zeit dieses kleinen Areals ist kurz (siehe Kapitel 7.2).
Südliche Grabgruppe (5)
Diese südlichste Grabgruppe (5) besteht aus min. sechs
Leergräbern (Verf. 33–37) und einem Frauengrab (Verf. 32),
evtl. gehört auch das Leergrab Verf. 38 dazu. Sicherlich
nicht mehr dieser Gruppe zuzurechnen ist ein einsam weiter
östlich gelegenes Leergrab (Verf. 30) sowie verackerte Reste
eines Grabes (?) in Verf. 31 – der letzte Rest einer weiteren
Grabgruppe?
Zusammenfassend lassen sich die 5 Grabgruppen wie
folgt darstellen:
Gruppe Männer Frauen Kinder Brandgräber + n.b. Leergräber
n Grab/Verf. n Grab/
Verf. n Grab/
Verf. n Grab/
Verf. n Grab/
Verf.
NW
(1) 4 adult
1 matur 57, 65,
79, 81
69 3 adult
1 matur 55, 65,
91–1
56 1 neonatus
3 infans I
1 infans II
1 juvenil 64
67-1, 70, 80
59
67-2 2 Brandgr.
2 n.b. 54, 82
66, 68 5 58, 62,
78, 83, 84
N
(2) 1 adult 40 1 juvenil 43 2 Brandgr.
2 Erw.
2 n.b. 44, 46
45, 49
52, 53 6 39, 41,
42, 44,
48, 50
Zentrum
(3) 3 adult
3 matur
3 erw. G. 7,
G.
16,
G.
19
3, 17,
G.
1a
10,
90=G.
4,
G.
8 3 adult
2 matur 5–1,
G.
14,
G.
15
G.
1b,
G.
1c 1 neonatus
6 infans I
1 infans II
1 infans II
1 juvenil 5–2
22, G.
3,
G.
9,
G.
10,
G.
17a, b
11
7
G.
18 1 matur n.b.
1 Erw.
3 n.b. G.
6
G.
11
8, 18, 89 4–5 1, 2,
12, 15
S (4) 1 adult 29 1 infans I 26 2 27, 28
S (5) 1 adult 32 6–7 33–37
38?
Tabelle 40: Kleinhadersdorf: Struktur der Grabgruppen.
Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
- Titel
- Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
- Autoren
- Christine Neugebauer-Maresch
- Eva Lenneis
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-7598-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Neolithic, LBK, cemetery, archaeology, prehistory, Kleinhadersdorf, Lower Austria, Neolithikum, Linearbandkeramik, Archäologie, Urgeschichte, Gräberfeld, Kleinhadersdorf, Niederösterreich
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen