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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
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Barbara Tiefenböck, Maria Teschler-Nicola304 Länge, 10  mm Breite). Da keine entzündlichen Veränderun- gen am Knochen oder periostale Reaktionen an der Ober- fläche zu erkennen sind, handelt es sich hierbei vermutlich um eine individuelle Variante oder eine altersbedingte Ver- änderung. Entlang der Sutura lambdoidea finden sich meh- rere Schaltknochen („Ossa sutura lambdoidea“). Zähne und Alveolarbereich: Die Zähne des Ober- und Unterkiefers sind stark abradiert, bei den Zähnen 13, 32, 41 und 43 führte dies zur Bildung von Sekundärdentin. Im Oberkiefer sind alle Frontzähne (11, 12, 21, 22), im Unter- kiefer die Zähne 35 und 45, bereits intravital ausgefallen (sie- he Tafel III/3.1–3.3). Die Alveolen sind vollständig verknö- chert. Im Unterkiefer haben sich die beiden ersten Prämolaren (34, 44) durch den intravitalen Zahnverlust leicht nach distal verschoben. Alle M3 sind nicht angelegt. Zahnstein ist sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer vor- handen (Grad I). Eine Alveolaratrophie mit Freilegung der Zahnhälse (Grad I) ist im Ober- und im Unterkiefer nach- zuweisen. An den beiden Canini des Oberkiefers (13, 23) sind mesial am Zahnhals horizontal verlaufende Einkerbun- gen zu erkennen (siehe Tafel III/3.1–3.3). Vermutlich han- delt es sich hierbei um eine artifizielle Veränderung bzw. Manipulationsspuren, welche auf einen möglichen Ge- brauch eines zahnstocherähnlichen Gegenstandes hindeu- ten könnten. Die Spina mentalis ist sehr kräftig entwickelt. Post cranium: Im Sulcus intertubercularis des rechten Humerus sind Spuren einer Tendinitis zu erkennen (siehe Tafel I/1.7). Beide Femora weisen entlang des Margo medi- alis eine verheilte Periostitis auf, welche sich in Form langer Striae an der Knochenoberfläche zeigt. Drei Metatarsalkno- chen (Os metatarsale II, III und IV) haben atypisch vergrö- ßerte Foramina nutritiae. Die Tuberositas deltoidea beider Humeri sowie die Crista tuberculi majoris ist verstärkt ausgebildet. Die Tube- rositas radii beidseits sowie die Crista musculi supinatoris beider Ulnae sind ebenfalls kräftig entwickelt. Gleiches gilt für die Muskelansatzstellen im Bereich der Tuberositas glu- tea der Femora. Perimortale Frakturen finden sich am linken Humerus, an der linken Ulna und an der linken Fibula. Körperhöhe: 160  cm Zusammenfassung Porotische Hyperostose des Schädeldachs; Mundschleim- hautentzündung; vermutlich durch Karies bedingter intra- vitaler Zahnverlust, Zahnstein, Parodontopathien, Manipu- lationsspuren an den Canini des Oberkiefers; wahrscheinlich Mangelerkrankung (Vitamin C?); Tendinitis am rechten Humerus; verstärkt ausgebildete Muskelmarken; perimor- tale Frakturen. Archäologische Bemerkung Grabung Josef Bayer, 1931. Grab 1: siehe dazu Befund KH 9795/1a. Das Skelett 1b wies keine Rötelstreuung und keine Grab- beigaben auf. Pathologien und Besonderheiten Cranium: Die Lamina externa beider Ossa parietalia ist durch eine porotische Hyperostose gekennzeichnet, wobei diese am rechten Parietale stärker ausgebildet ist. Der harte Gaumen weist Spuren einer Stomatitis auf, die Oberflä- chenstruktur ist unregelmäßig porös strukturiert, das Fora- men incisivum ist vergrößert (Durchmesser 5×5  mm). Der Schädel weist entlang der Sutura sagittalis im hinteren Be- reich eine rinnenförmige Einziehung auf (etwa 70  mm Fig. 2b: Zahnschema KH 9796. Fig. 2a: KH 9796. Objekt/Inv. Nr. (AA): KH 9796 Grab-Nr.: 1b (Tafel 1) Grabtyp: Körpergrab Geschlecht: weiblich Archäolog. Geschlecht: / Sterbealter: 40–60 Cranium: tlw. erodiert Post cranium: tlw. erodiert
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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Titel
Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Autoren
Christine Neugebauer-Maresch
Eva Lenneis
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7001-7598-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Neolithic, LBK, cemetery, archaeology, prehistory, Kleinhadersdorf, Lower Austria, Neolithikum, Linearbandkeramik, Archäologie, Urgeschichte, Gräberfeld, Kleinhadersdorf, Niederösterreich
Kategorien
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