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Barbara Tiefenböck, Maria
Teschler-Nicola372
(Grad I) auf; bei 32,6
% der ersten Incisivi und bei 27,8
% der
zweiten Incisivi des Unterkiefers liegen ebenfalls leichte
Schmelzdefekte (Grad I) vor. Während an den Molaren line-
are Schmelzhypoplasien kaum zu beobachten sind, stellen sie
eine Prädilektionsstelle für punktförmige Defekte dar.
Betrachtet man die Zähne des Milchgebisses, liegen
punktförmige Schmelzveränderungen im Unterkiefer häu-
figer vor. 30 % der zweiten Molaren zeigen ein Foramen
caecum, an den Canini finden sich punktförmige Defekte
bei 26,7
%. Im Oberkiefer weist ein m1 ein Foramen caecum
auf (7,7 %) und ein i2 zeigt eine punktförmige Hypoplasie
(16,7
%).
Schmelzhypoplasien bei erwachsenen und subadulten
Individuen
Bei den subadulten Individuen der Population liegen lineare
Schmelzhypoplasien (LSH) bei 25,2
% vor, bei den Erwach-
senen bei 62,3
%. Punktförmige Schmelzdefekte finden sich
bei den Subadulten an 9,4
%, bei den Erwachsenen hingegen
lediglich an 3,1
% der untersuchten Zähne (Tabelle 20).
Schmelzhypoplasien Altersklasse Gesamt
erwachsen subadult N (%)
Grad I LSH 93 (58,5) 40 (25,2) 133 (83,6)
Grad II LSH 6 (3,8) 0 (0,0) 6 (3,8)
Punktförmige SH 5 (3,1) 15 (9,4) 20 (12,6)
Gesamt N (%) 104 (65,4) 55 (34,6) 159 (100,0)
Tabelle 20: Absolute und relative Häufigkeiten von Schmelzhypo-
plasien bei subadulten und erwachsenen Individuen der frühneoli-
thischen Population von Kleinhadersdorf.
Näher beleuchtet wurde auch die geschlechtsspezifische
Häufigkeit dieser Entwicklungsdefekte, wobei 46 Zähne
weiblicher und 50 Zähne männlicher Individuen zur Verfü-
gung standen (Tabelle 21):
Bei den Frauen weisen 97,8
% der Zähne leichte (Grad
I)
transversale Schmelzhypoplasien auf; 2,2
% der Zähne las-
sen punktförmige Schmelzdefekte erkennen. Im Gegensatz
dazu finden sich bei den Männern transversale Schmelzhy-
poplasien der leichten Form (Grad I) bei 80 % und der
schwereren Form (Grad II) bei 12
% der Zähne. An 4 Zäh-
nen (8
%), welche ausschließlich von männlichen Individu-
en stammen, ist ein Foramen caecum ausgebildet. Der
Chi-Quadrat-Test ergab keinen signifikanten Geschlechts-
unterschied (p-Wert = 0,251; 2-seitig).
3.3.3.5 Abrasion
Der okklusale Zahnabrieb wurde bei allen Dauer- und
Milchzähnen der Kleinhadersdorfer Population analysiert.
3.3.3.4 Schmelzhypoplasien
834 Zähne des Dauer- und Milchgebisses wurden auf das
Vorliegen linearer oder punktförmiger Schmelzdefekte un-
tersucht. An 159 Zähnen (19,1 %) konnten solche Defekte
beobachtet werden. Lineare Schmelzhypoplasien, die aus-
schließlich in Form geringer Ausprägungsgrade vorliegen
(Grad I und II), konnten nur an den Zähnen des Dauerge-
bisses, punktförmige Schmelzveränderungen hingegen so-
wohl an den Dauer- als auch an Milchzähnen festgestellt
werden.
133 Zähne des Dauergebisses (15,9
%) zeigen Schmelz-
hypoplasien der Ausprägungsstufe I und 6 Zähne der Aus-
prägungsstufe II (0,7
%). Punktförmige Schmelzhypoplasi-
en sind an 20 Zähnen (Dauer- und Milchzähne) zu erkennen
(2,4
%).
In Abb. 12 wird das Vorkommen von Schmelzhypopla-
sien in Relation zum Zahntyp dargestellt. 71 Zähne des
Oberkiefers (44,7
%) und 88 Zähne (55,3
%) des Unterkie-
fers sind von einer Entwicklungsstörung dieser Art betrof-
fen.
Wie Abb. 12 veranschaulicht, finden sich transversale
Schmelzhypoplasien (in den Ausprägungsgraden I und II)
am häufigsten an den Schneidezähnen des Oberkiefers
(52,6 %). An den zweiten Incisivi sind sie zu 42,8 %, aller-
dings ausschließlich in der schwachen Variante (Grad I) nach-
weisbar. Am seltensten sind diese Defekte an den Molaren des
Oberkiefers ausgeprägt. Im Unterkiefer sind vor allem die
Canini betroffen: 37 % weisen eine leichte Rillenbildung
Abb. 12: Relative Häufigkeiten (×100 = Prozent) von Schmelzde-
fekten an Dauer- und Milchzähnen des Ober- und Unterkiefers der
frühneolithischen Population von Kleinhadersdorf.
Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
- Titel
- Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
- Autoren
- Christine Neugebauer-Maresch
- Eva Lenneis
- Ort
- Wien
- Datum
- 2015
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-7598-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Neolithic, LBK, cemetery, archaeology, prehistory, Kleinhadersdorf, Lower Austria, Neolithikum, Linearbandkeramik, Archäologie, Urgeschichte, Gräberfeld, Kleinhadersdorf, Niederösterreich
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen