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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
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Barbara Tiefenböck, Maria Teschler-Nicola376 men. Diese – porotische Hyperostose, Cribra orbitalia, li- neare Schmelzhypoplasien und Periostitis – gelten als gute Indikatoren für den Gesundheits- und Ernährungszustand einer prähistorischen Bevölkerung. 3.3.4.1 Porotische Hyperostose Porotische Hyperostose N % keine Veränderung 15 24,2 krankhaft 17 27,4 fraglich 3 4,8 nicht beurteilbar 27 43,5 Gesamt 62 100,0 Tabelle 24: Absolute und relative Häufigkeiten von porotischer Hyperostose in der frühneolithischen Skelettpopulation von Kleinhadersdorf. 17 subadulte und erwachsene Individuen (27,4  %) wei- sen an der Lamina externa des Schädeldachs eine porotische Hyperostose auf. In 4,8  % der Fälle konnte nicht eindeutig festgestellt werden, ob es sich bei den porösen Veränderun- gen am Calvarium um die Spuren einer porotischen Hyper- ostose oder ein Erscheinungsbild anderer Genese handelt. Die Häufigkeiten sind in Tabelle 24 dargestellt. Bei 27 Individuen konnte keine Beurteilung vorgenom- men werden (43,5  %), da die Schädelknochen entweder gen Schemas nach Schultz40 beurteilt. Insgesamt wurden 957 Zahnalveolen des Dauer- und des Milchgebisses auf Paro- dontopathien untersucht. Die Atrophie des Alveolarkno- chens erreichte in dieser Population maximal Schweregrad II, war also nie besonders weit fortgeschritten. Vom Abbau des Alveolarknochens waren 10,5  % der Individuen betrof- fen (ausschließlich die Erwachsenen der Population; Grad I: 9,8  % und Grad II: 0,7  %). Parodontopathien N % vorhanden Grad I 94 9,8 Grad II 7 0,7 nicht vorhanden 856 89,4 Gesamt 957 100,0 Tabelle 23: Absolute und relative Häufigkeiten der Alveolaratro- phiestadien in der frühneolithischen Skelettpopulation von Kleinhadersdorf. 3.3.3.7 Apikale Prozesse Oft können apikale Prozesse die Folge einer Parodontitis darstellen, meistens jedoch werden sie durch Zahnkaries verursacht. Bei den Entzündungsherden kann es sich um Granulome, Abszesse oder Fistelbildungen handeln. Abs- zesse an den Wurzelspitzen der Zähne im Oberkiefer kön- nen in den Sinus maxillaris einbrechen. Apikale Prozesse konnten an 4 Zähnen von zwei Indivi- duen nachgewiesen werden. Es handelt sich dabei um einen Mann und eine Frau maturen Alters: Das weibliche Indivi- duum aus Grab KH 9797/1c ist von Wurzelspitzengranulo- men bei 26 und 27 betroffen, wobei die bukkale Wurzel freigelegt ist. Die Entstehung der Granulome ist sowohl bei Zahn 26 als auch bei Zahn 27 auf eine fortgeschrittene Zahn- karies zurückzuführen. Bei dem männlichen Individuum (KH 9795/1A) findet sich ein Wurzelspitzengranulom (Zahn 16) und ein Abszess (Zahn 26) im Oberkiefer. Zahn 26 ist bereits intravitam ausgefallen, im Bereich der disto- bukkalen Wurzel ist ein vestibulärer Durchbruch in den Sinus maxillaris zu erkennen. Das Granulom an Zahn 16 hat sich in Folge einer Karies entwickelt. 3.3.4 Mangelerkrankungen Bei der Untersuchung der cranialen und postcranialen Ske- lettelemente dieser neolithischen Population konzentrier- ten wir uns, wie erwähnt, auf die Erfassung von Art und Häufigkeit krankhafter und traumatischer Veränderungen, wobei wir insbesondere Symptome einer Mangelversor- gung und unspezifische Stressmarker in das Blickfeld nah- 40. Schultz 1988. Abb. 15: Darstellung der geschlechtsspezifischen Häufigkeiten (%) von porotischer Hyperostose bei der frühneolithischen Population von Kleinhadersdorf.
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Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Titel
Das linearbandkeramische Gräberfeld von Kleinhadersdorf
Autoren
Christine Neugebauer-Maresch
Eva Lenneis
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7001-7598-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Neolithic, LBK, cemetery, archaeology, prehistory, Kleinhadersdorf, Lower Austria, Neolithikum, Linearbandkeramik, Archäologie, Urgeschichte, Gräberfeld, Kleinhadersdorf, Niederösterreich
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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