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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
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34 und der Heide, der römische Bürger und der asiatische Barbar vermischten sich an diesem Hofe mit den Fürsten der germanischen Stämme. Attila träumte wirklich von der Weltherrschaft. Alle Barbarenvölker scharten sich um ihn, sein Angriff galt jetzt dem Weltreich, Gallien war das Ziel seines Feldzuges. Auf dem Wege dahin schlössen sich die Thüringer und Franken ihm an und stürzten sich verwüstend auf das jetzige Frankreich, wozu die Erbstreitigkeiteu im Königshause den Vorwand gaben. Merovens, der jüngere Sohn König Chlodwigs, wurde vom Kaiser Valeutinian III. unterstützt, während Attila die Partei des älteren Bruders nahm und dabei als Verlobter Honoria's, der Schwester des Kaisers, auftrat und ihren Brautschatz forderte, denn die unglückliche Prinzessin, die infolge eines Fehltrittes am Hofe ihres Bruders beinahe als Gefangene behandelt wurde, hatte insgeheim einen Ring dem Hunnenkönig zugesendet. Valentinian verschmähte eiue solche Verschwägerung und Attila begann Gallien zu verheeren, verwüstete Metz und belagerte eben Orleans, als das nahende römische Heer unter der Führung des Aetius die Stadt entsetzte. Die Westgothen mit ihrem König und seineu Söhnen folgten dem römischen Heerführer, die zwei riesigen Heere trafen auf der catalauuischeu Ebene einander. Der Kampf war erbittert und dauerte vom Morgen bis in die späte Nacht. Die Chroniken erzählen von dreimalhnnderttausend Gefallenen, unter ihnen befand sich auch Theodorich, der Westgotheukönig; doch war es keiue Entscheidungsschlacht, sie setzte nur dem Vordringen Attilas eine Grenze und nöthigte ihn zum Rückzug. Aber auch die Westgothen zogen sich in die Pyrenäen zurück, Aetius und Merovens wagten es nicht, den Rückzug Attilas zu belästigen. Der berühmte Sieg der Römer hatte weder die Macht noch die Furchtbarkeit des Hunnenkönigs gebrochen, schon im nächsten Frühling forderte er wieder die Hand und den Brautschatz Honorias, brach in Italien ein, eroberte Aqnileja, zerstörte die Stadt und brandschatzte ganz Oberitalien. Der christlichen Legende zufolge war es das Gebet des heiligen Lupus, das in Frankreich Troyes rettete. Die heilige Genovefa wandte den Zorn Attilas von Paris, der heilige Anianns von Orleans ab; in Italien waren es die beredten Worte des Papstes Leo des Großen und die Geschenke Valentinians, die den Hunnenkönig bewogen, Rom zu verschonen und mit unermeßlicher Beute zu den Ufern der Theiß zurück zu kehren. Hier traf ihn im Jahre 453 nach Christus in der Brautnacht der Schlag und sein Reich zerfiel eben so schnell, wie es unerwartet sich erhoben hatte, denn es beruhte auf dem Bündnisse der Barbarenvölker, die nur das Ausehen einer großen Persönlichkeit zusammen- halten konnte.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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