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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 186 -
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18K zum Siege verhelfen sollte: Gustav Adolf König von Schweden, Bethlens Schwager seitens dessen Frau, Katharina von Brandenburg, und Bethlen, sowie vorher mit England, Dänemark, den Niederlanden und der deutschen Union, jetzt mit ihm einen neuen Krieg plante — starb er (am 15. November 1629) und hinterließ als das dauerndste Andenken das Karlslmrger, jetzt Groß-Enyeder Bethlen-Colleginm, wohin er vom Auslande ans- gezeichuete Lehrer, wie Martin Opitz, einen der Bahnbrecher der neueren deutschen Poesie, berufen hatte und wo später (1653 bis 1656) eine der Zierden der ungarischen Literatur, Johann Cseri von Apaeza, der erste ungarisch schreibende Philosoph, lehrte. Nach Gabriel Bethlens Tode bestieg seine Witwe, Katharina von Brandenburg, den siebenbiirgischen Fürstenthron, konnte sich jedoch nicht lange behaupten. Nach einigen Monaten dankte sie ab, und ihr Günstling, Stesan Csaky von Keresztszegh ging nach Ungarn, wurde erblicher Obergespau des Zipser Comitats und verpflanzte seine berühmte Familie aus Siebenbürgen an den Fuß der Karpathen. Zum Fürsten von Siebenbürgen wnrde der aus Oberungarn stammende Georg Räköczy gewählt, der Sohn des Fürsten Sigmuud, Waffengefährte Bethlens, kein genialer, aber ein kluger, ordnungliebender Mann von konservativen Neigungen, der in Siebenbürgen, entgegen gewissen puritanischen Velleitäten, der reformirteu Kirche die noch heute bestehende Organisation verlieh und den Unitarismus durch die Deeser Complauatiou (1637) aus seinen Extravaganzen in den Rahmen festgesetzter Dogmen zurückdrängte. Sein Hanptbestreben war jedoch, das Vermögen nnd den Grundbesitz seiner Familie zu vermehren und derselben die sieben- bürgische Fürsteukrone zu sichern. Als vorsichtiger Mann, der Wagnisse nicht liebte, konnte er sich uur schwer, nach vierzehn Jahren, im Anfange des Jahres 1644, als ihm die Unterstützung Schwedens in aller Form zugesagt wurde, entscheiden, nach dem Beispiele Gabriel Bethlens activ in das große Drama des dreißigjährigen Krieges einzugreifen. Um diese Zeit waren Ferdinand II. und Peter Pazmäuy, der ein entscheidender Factor auch der ungarischen Politik war, nicht mehr am Leben. Der König starb am 25. Februar 1637, der Erzbischos folgte ihm nach einem Monate (am 19. März 1637). Nicht ganz zwei Jahre vor seinem Tode (am 12. Mai 1635) gründete Päzmäny, mit Jesuiten als Professoren die Tyrnauer Universität, „um die Verbreitung der katholischen Religion zu fördern und den Glanz und die Bildung der ungarischen Nation zn erhöhen". Die Universität bestand anfangs nur aus zwei Facultäteu, der theologischen und philoso- phischen; die juridische konnte erst nach 32 Jahren hinzutreten (16. Jänner 1667), und zwar infolge der Opferwilligkeit der Nachfolger Peter Päzmanys, des Emerich Löfy (1637 bis 1642) und des gesinnungstüchtigen Georg Lippay (1642 bis 1667). Aus dieser Universität entwickelte sich später, durch königliche Schenkungen vergrößert, die heutige königlich ungarische Universität in Budapest.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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