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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 198 -
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198 daß man auf seine Worte trotzdem nichts gab, schickte er auf Rath eines abenteuernden kroatischen Capitäus um Hilfe nach der Türkei und griff auf die lügnerischen, sauguiuischeu Nachrichten seines Gesandten im Frühjahr 1670 zu den Waffen, um ewigen Landes- beschwerden abzuhelfen und für sich einige Concessionen zu erpressen. Er zog seinen Schwager Franz Frangepän und seinen Eidam Franz Räköezy I. auf seine Seite. Der Letztere hatte sich nach dem Tode seines Vaters mit seiner Mntter, dem letzten Sprossen der Bäthorys, auf seine ungarischen Güter zurückgezogen, war katholisch geworden und erhob nun in Oberungarn die Fahne des Aufstandes, welcher die Comitate der Theißgegend sofort sich anschlössen. Doch Frangepän war nicht im Stande Kroatien mit sich zu reißen, und als die kaiserlichen Truppen sich Csakathnrn näherten, stellte sich Zrinyi selbst, in Begleitung Frangepäns, freiwillig in Wien (am 18. April 1670). Auf seine Aufforderung legte auch Räköezy sofort die Waffen nieder, und so eudigte der Aufstand, kaum daß er begonnen hatte, sozusagen ohne Blutvergießen. Gleichwohl ging ein deutsches Heer «ach Oberuugarn uud besetzte dessen Städte und Burgen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Zrinyi, Nädasdy, der auf seinem Pottendorser Schlosse gleichfalls verhaftet wurde (am 3. September 1670), sowie Frangepän wurden von nichtungarischen Richtern nach nichtungarischen Gesetzen zum Tode verurtheilt. Zrinyi starb würdig seines Namens als Held, Frangepän, der letzte Sproß seiner Familie, endete unter Schluchzen und Wehklagen in Wiener-Neustadt, Nädasdy dagegen empfing deu Todesstreich mit religiöser Ergebung iu Wien (am 30. April 1671). Franz Räkoczy I. wurde durch seine Mutter, die eifrige Katholikin Sophie Bäthory, und durch den Einfluß der Jesuiten gerettet. Mehrere Führer nnd Theilnehmer der Bewegung, wie Matthias Sznhay ans Abauj, Paul Szepessy aus Borsod, Gabriel Keude, Ladislans Gynlafi aus Szathmär und Baron Stefan Petröezy ans dem Treneiner Eomitat, flüchteten sich auf türkisches Gebiet oder nach Siebenbürgen zu Michael Apaffy; Andere wurden gefangen nach Preßburg gebracht uud vor den Gerichtshof gestellt, welcher unter dem Präsidium des Grafen Johann Rottal aus ungarischen Mitgliedern bestand. Alle wurden zum Tode und Verlust ihrer Güter verurtheilt, aber nur Franz Bönis, der zwar in dem Aufstande keine hervorragende Rolle spielte, jedoch vor dem Gerichtshof sich stolz und starr benahm, wurde in Preßburg mit Zrinyi und seinen Genossen hingerichtet. Nach Unterdrückung der Bewegung ließ Leopold I. auf deu Rath des Generals Montecnecoli, des Politikers und Hofmannes Fürsten Wenzel Lobkowitz, sowie eines starren römischen Juristen, des österreichischen Hofkanzlers Paul Hocher, welche sämmtlich Anhänger der damals in Westeuropa zur Herrschaft emporstrebenden absoluten Monarchie waren und in der aristokratischen ungarischen Verfassung nur ein Eonglomerat von Mißbräuchen erblickten, seine deutschen Truppen in Ungarn zurück und schrieb zu ihrer Erhaltuug mehrfache Steuern aus. Au die Spitze der öffentlichen Angelegenheiten stellte er
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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