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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 438 -
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438 fähigkeit des Bodens entspricht. Wie lange aber wird die Ertragsfähigkeit noch vorhanden sein? Der Landwirth treibt in diesen riesigen, nicht commassirten Feldbezirken keine Dreiselderwirthschast mehr und hält auch keine Brache ein, daher hat sein Viehstand abgenommen, der bis zum Freiwerden der Stoppelfelder ans der Gemeinweide vegetirt, mich auf dem Stoppelfeld selten zunimmt und daher in schwacher Condition zum Über- wintern gelangt. Erholen sich aber die Thiere etwa im Winter von diesem Sommer? Gar selten ist dies der Fall; diese Landwirthe erzeugen wenig gutes Futter, natürliche Wiesen haben sie keine und so nährt sich ihr Vieh kümmerlich von Spren und Mais- stengel», gutes Futter bekommen nur die Pferde, und deshalb Pflegt das Hornvieh zn Ende des Winters sich in schlechtem Nährzustand zu befinden. Der fremde Landwirth mag fragen, wie denn also zum Beispiel in den Comitaten Torontäl und Temes, wo es keine kleinen Gehöftwirthschaften gibt, gedüngt werde? Man düngt den an das Dorf oder an die Stadt stoßenden Theil der Gemarkung, was aber den Nest betrifft, „mag ihn der Vogel düngen, der sich anf den Kamm der Furche niederläßt". Und doch ist die Nothwendigkeit des Düngers auch dort schon fühlbar geworden. In diesen gehöftlosen Gemarkungen ist auch die Cultur kostspielig; entweder muß der Landwirth von seinem Dorfe tagtäglich meilenweit fahren, bis er nur zur Arbeit auf diesem oder jenem Stück seines Besitzthums gelangt, oder er muß mit Futter, Vieh und Geräth förmlich übersiedeln, bis die Arbeit gethan ist. Diesen Übelständen kann nur die Commassirnng abhelfen, deren allgemeine Durchführung gerade aus diesem Grunde so wünscheuswerth erscheint. Die glücklichen Bezirke des Alsöld sind jene, in deren Gemarkung es schon fast auf jedem Besitze Gehöfte gibt, und zu diesen werden auch diejenigen zu zählen sein, in denen, dank der Durchführung der Commassirnng, Gehöfte gebaut werden können uud auch werden. Die Gehöfte auf der großen Ebene verschönern unleugbar die Landschaft und sind überdies von unendlichem Nutzen. Wenigstens kann der Landwirthschast treibende Eigen- thümer während der Arbeitszeit da leben und arbeiten, sitzt stets auf seinem Erbe, kann sein Vieh, das er unter den Augen hat, besser Pflegen, seiner Saat besser warten, da anch seine Kinder dem Jäten des Unkrauts obliegen; er prodneirt Futter, sein Hornvieh kann den größeren Theil des Sommers an der Krippe stehen, und so wird es nicht an Stoff fehlen zur Verbesserung des Bodens. Aber der Gehöftwirth wird auch schon Gärtnerei treiben und Bäume ziehen, mit denen er seine „Tanya" umpflanzt, uud solche „umpflanzte Tanyas" unterbrechen gleich schönen Blumensträußen die Einförmigkeit der Ebene. Anf der Tanya hat der Landwirth sein Gesinde, der Tanyaknecht thut die Winter- arbeit, füttert und wartet das draußen verbliebene einsame Vieh und die Ochsen, thut alle
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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