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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 442 -
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442 zu haben; auch eilt er, um beim Maisbrechen, welches sehr viele Hände beschäftigt, für den Drusch womöglich keine Taglöhner mehr zn brauchen. Alle diese Arbeiten lassen sich in eommassirten Bezirken leichter, mit weniger Sorge und geringerem Verlust ausführen, verursachen aber sehr beträchtliche Schwierigkeiten, wo das Getreide meilenweit gefahren werden muß und das Heimbringen des Maises den Landwirth zu spät an die Herbstaussaat gelangen läßt, so daß er, wenu mittlerweile die Straßen grundlos geworden, sein Zugvieh zugrunde richtet und seine Äcker für die Frühlingssaat nicht mehr genügend bestellen kann. Der Geschäftsbetrieb des capitalskräftigen Großgrundbesitzers, aber auch schon des kleineren Tanyabesitzers, ist jetzt nicht mehr so extensiv; beide geben sich Mühe, die Statik zu erhalten und auch der letztere hält es bereits für seine unabweisliche Pflicht, dem Boden das zu ersetzen, was ihm durch die Productiou entzogen worden. Unter den Handelspflanzen sind auf der ganzen großen Ebene zwei von besonderer Wichtigkeit: der Hanf und der Tabak. Zur Deckung des Hausbedarfes bauen die Klein- besitzer überall im Lande Hanf, für den Handel aber, besonders für die Ausfuhr, nur die Comitate Bäcs-Bodrog und allenfalls Torontäl in erwähnenswerthem Maße. Der Hanf aus der Baeska wird wegen seiner Länge und Zähigkeit von den Seilern besonders geschätzt; auch für andere Artikel taugt er, bei denen jedoch die Jute unserem heimischen Hanf starke Concurrenz macht, so daß er einem großen Druck unterliegt und seine Produktion im Großen auf wesentliche Hindernisse stößt. Ein wichtigeres Gewächs ist der Tabak, dessen Prodnetionsbereich im Lande zwischen 85.000 und 94.000 Joch schwankt; so waren im Jahre 1887 93.179 Catastraljoch im Lande mit Tabak bepflanzt. Einen Theil dieses Flächenraumes bebauen die größeren Besitzer und Pächter, auf dem Rest baueu die Kleinbesitzer ihren Tabak. Der größere Besitzer läßt seinen Tabak durch sogenannte Gärtner cnltiviren, die er mit Wohnung und Nahrung versieht; die Kosten hiefür gelten bis zur Einlösung des Produktes durch das Ärar als Vorschuß. Der Gärtner übernimmt, im Verhältniß zur Größe und Arbeitskraft seiner Familie, die Cultiviruug eines Terrains von drei bis fünf Joch. In guten Jahren ist der Nutzen des auf Halbpart producireudeu Landwirthes befriedigend, böse Jahre aber, obgleich sie auch den Gärtner berühren, treffen den Besitzer am härtesten. Der Kleinbesitzer baut deu Tabak auf kleinerem Flächenraum und trockuet ihn uuter dem Vordach. Selten bildet bei ihm der Tabak das Hanptprodnct. Stellenweise bringt er zur Einlösung ein gutes Gewächs, und die „Gartenblätter", welche hauptsächlich von Kleinbesitzern und Gartenbauern geliefert werden, pflegen werthvoll zn sein. Der Tabak wäre besonders für Kleinbesitzer von großer Wichtigkeit. Aus vielen Gegenden könnten sie
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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