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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 458 -
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458 Bottich gewöhnlichen Mostes mehr oder weniger Trockenbeeren beimischt. Das Maß der Trockenbeeren ist an der Tokajer Hegyalja die „Butte", welche etwa dreizehn Liter enthält. Der Most und fertige Wein werden nach Gönezer Fässern gemessen, welche durchschnittlich 110 bis 135 Liter enthalten. Wird nun einem Gönezer Fasse eine Butte zu Brei zerstampfter Trockenbeeren beigemischt, dann ist der Ausbruchwein weniger süß, also dünner; thut man jedoch vier bis fünf Butten Trockenbeerenbrei iu ein Gönezer Faß Most, dauu ist der Ausbruch dunkler, dicker und süßer. Wenn also die Tokajer Weine als ein-, zwei-, drei-, vier-, sünsbuttiger Ausbruch classifieirt werden, so bezeichnet dies die Anzahl der Butten voll Trockeubeereubrei, die einem Gönezer Faß voll Most beigemengt sind. Die besonders gesammelten Trockenbeeren werden also dem Inhalt des Sammel- bottichs entsprechend zugetheilt und in einem kleineren Bottich portionenweise völlig zu Brei zerstampft. Auf den zerstampften Brei gießt man nun die berechnete Menge von Most und läßt die Mischling bei wärmerem Wetter zwölf, bei kälterem achtundvierzig Stunden lang stehen, nicht ohne sie mehrmals im Tage umzurühren. Endlich wird der Most durchgeseiht und in dichten Trebernsäcken ausgetreten. Die durchgeseihte und aus- getretene Flüssigkeit wird zusammengemischt, in Gönezer Fässer gefüllt und so in ziemlich kalte Keller gestellt, welche in den Felsen gehauen sind und nur einen schmalen Eingang haben. Da entwickelt sich denn im Laufe einiger Jahre der Wein. In Jahrgängen, welche nicht so viel Trockenbeeren hervorgebracht haben, daß es der Mühe werth wäre sie zn sammeln und zu verarbeiten, wird kein Ausbruch bereitet, sondern nur „Szamorodui", welches dem Slavischen entlehnte Wort etwas Natür- liches, von selbst Wachsendes, oder Ungekünsteltes bedeutet. Zu diesem Behuf füllt man die zum Theil geschrumpfteu Trauben in Säcke und preßt sie in Bottichen aus; der aus- gepreßte Saft wird sogleich in Gönezer Fässer gefüllt, die Trebern aber werden aus den Säcken in Bottiche geleert und stark mit den Füßen getreten; hierauf wird der Most wieder zurückgeschüttet und bleibt bis zur ersten Gährnng mit dem Saft zusammen, während welcher Zeit er öfters umgerührt wird. Schließlich wird der Saft durch Säcke durch- getreten nnd in Fässer gefüllt, die Trebern aber werden durch Pressen, welche aus starken Balken eonstruirt sind, gepreßt. Der „Szamorodni" ist nicht süß, aber doch ziemlich glatt und auffallend stark und aromatisch; er erfreut sich in Rußland und besonders Russisch- Polen großer Beliebtheit. Aus solchen gewöhnlichen Tranben, zu denen man keinen Trockenbeerenbrei thut und von denen bei der Weinlese die geschrnmpsten Beeren abgepflückt wurden, macht man den gewöhnlichen Wein, der dennoch ziemlich stark ist und das Wässern durchaus nicht verträgt. Der zweite Weinbezirk des Landes, sowohl was die Menge, als auch was die Güte des Erträgnisses betrifft, ist die Plattensee-Gegend, dieser anmuthige Kranz, der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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