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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 461 -
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461 Auch Rothweinbezirke sind in Ungarn sehr zahlreich vorhanden, und im Allgemeinen läßt sich eonstatiren, daß der Rothwein überall aus der von Skntari herstammenden schwarzen Kadarka-Traube gewonnen wird, die in den meisten Weingegenden bei niedrigem Kopf, in der M^nes-Arader Gegend aber nach der Bogenmethode enltivirt wird. Hier und da haben größere Weinproducenten auch Versuche mit der Cultur von Burgunder, Medoe- und Oporto-Tranben gemacht und zwar, besonders in Siebenbürgen, mit sehr gutem Erfolg. Unter den Rothweinbezirken steht die Gegend von Arad und Menes voran, wo in manchem Jahre auf dem überwiegend lehmigen Boden die Kadarka-Traube so überreif wird, daß sie sogar die Gewinnung von rothem Ausbruch ermöglicht. Auch sonst ist der Meneser Rothweiu, auch wenn er nicht süß ist, immer der erste Rothwein Ungarns, sowohl wegen der angenehmen Harmonie seiner Bestandtheile, als auch wegen seiner schönen dunklen Farbe und angenehmen Blume. Der Weinbezirk von Er lan und Visonta prodneirt ebenfalls auf steinigem, lehmigem Boden aus den Kadarka- und Puresin-Traubeu seinen feurigen und trotz starken Tanningehalts immer glatten Rothwein, der in guten Jahren wegen seiner dnnkelrothen Farbe und seines Feuers mit Recht „Stierblut" genannt wird. In günstigen Jahrgängen wird sowohl in Erlau, als auch in Visonta und Gyöugyös sogar eiu dünner Ausbruch gekeltert. Der Visoutaer Wem ist im Allgemeinen leichter als der Erlauer und daher besonders in Deutschland beliebt. Die Rothweine von Villäny und Szegszärd werden größtentheils aus Kadarka- und Kleinschwarztrauben gemacht, in Villäny auch noch aus Portugieser-Trauben. Der Boden ist wieder lehmig, ja nicht selten ein stark eisenhältiger rother Thon; die Cultivations- weise ist die des niedrigen Rebenkopfes. Die bei der Lese abgepflückten und zerquetschten Trauben werden in großen und sehr hohen, 200 bis 300 Eimer haltenden Kufen der Gährnng unterworfen, und zwar so, daß die große, mit Trebern gemischte Mostmasse sich durchwärmt uud sogar ihre Gähruug unterbrechen muß, wodurch der neue Wein bis in den Frühling hinein süß bleibt. Der Villänyer pflegt im Allgemeinen immer herber zu sein als der Szegszärder. Den stärksten und süßesten Rothwein liefert das im kroatisch-slavonischen Königreich gelegene Comitat Syrmieu, uud zwar Karlowitz und Umgebung, wo die Kadarka-Traube bei kurzer Cultivirung fast alljährlich auch Trockenbeeren gibt, daher denn auch der rothe Karlowitzer Ausbruch, wie nicht minder der dortige Wermnth, sehr berühmt und entsprechend theuer ist. Außer den erwähnten, vorwiegend weißen und vorwiegend rothen Wein prodn- eirenden Bezirken gibt es noch sehr viele Gegenden, wo man sich mit der Produktion beider
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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