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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 469 -
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469 Sträucher anschlösse». Peter Ranzan erwähnt in seiner Schilderung der Matthiaszeit die Obstzucht Siebenbürgens mit besonderem Lobe, indem er aus der Reihe der vorzüglichsten Gattungen die Damaseener Pflaumen und nicht minder die Äpfel, Kirschen und Birnen von ungewöhnlicher Größe hervorhebt. Daß der Gartenbau und mit ihm die Ziergartenkunst auch noch lange Zeit nach dem XVI. Jahrhundert in Blüte stand, ist durch zahlreiche Daten in den Aufzeichnungen über einzelne Burgen und Adelsschlösser bezeugt. Die Gärten des Palatins Georg Thnrzö zn Bicske, die Ziergärten und Orangerien der Grafen Pälffy zu Vöröskövar waren im ganzen Lande berühmt. Anch die Gärten der Städte Preßburg, Ödeuburg, Schemnitz u. f. w. finden Erwähnung, als sorgfältig und mit großer Fachkenntniß gepflegte Anlagen. Jener Garten aber, den die Graner Erzbischöse Anton Verancsies und Georg Lippay in Preßburg besaßen, hat noch heutigen Tags sein Denkmal in einem literarisch und philologisch gleich interessanten dreibändigen Werke des Jesuitenpaters Johann Lippay, dessen erster Band (über die Blumenzucht) in Tyruau, dessen zweiter (über den Gemüse- garten) in Wien 1664 und der dritte (über die Obstbanmzncht) gleichfalls in Wien 1667 erschienen ist; das erste in ungarischer Sprache erschienene Werk über diesen Gegenstand. Aber schon der ehrsame Verfasser dieses Buches klagt bitter über den kläglichen Verfall des Landes und daher auch der Gärten, in Folge der Verheerungen, welche die Türken in zwei Drittheilen Ungarns angerichtet hatten. In den von den Türken verschonten Gegenden behauptete auch die Obstcultur noch eine Zeit lang jene Stufe, welche sie im XV. Jahrhundert erreicht hatte. In einzelnen Comitaten jenseits der Donau wuchs so ausgezeichnetes Obst, daß es das österreichische übertraf, daher es denn auch auf deu Märkten der österreichischen Städte sehr gesucht war. Die Pruuellen („BrunnerZwetschken") der Comitate Nentra und Bars uud besonders die berühmten gedörrten Pflaumen von Dentsch-Pröna fanden ihren Weg sogar zu noch entfernteren Märkten. Im XVII. Jahrhundert verlor, wie schon Lippay klagt, unsere Obstzucht, welche noch im XVI. Jahrhundert höher entwickelt gewesen als die der Nachbar- länder, beträchtlich an Bedeutung, sie nahm jedoch seit dem XVIII. Jahrhundert in den reicher bevölkerten Gegenden, z. B. um Ödeuburg, um die Bergstädte her uud längs der ganzen Theiß einen neuerlichen Aufschwung. Baron Gabriel Pronay erwähnt, daß „so manche der jetzt als ausländisch bekannten edlen Sorten gerade von Ungarn ausgegangen sind, indem nämlich zahlreiche Obstgattungen durch die Kreuzritter aus dem heiligen Lande nach Ungarn mitgebracht, hier zuerst heimisch wurden nnd von hier aus sich über Europa verbreiteten". Der treffliche Pomologe Johann Cznkor, der sein ganzes Leben der Zusammenstellung der ursprünglich ungarischen Obstgattnngen gewidmet hat, fand schon zu Anfang dieses Jahrhunderts, als hierzulande noch gar Wenige sich literarisch
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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