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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 493 -
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493 lieferuugeu hervorgegangen, entwickelte sich unter den letzten Königen des Ärpadenhcmses und unter den großen Königen aus gemischten Häusern zu einer Kunstindustrie von hohem Niveau, welche thatsächlich auf Europa hinauswirkte. Die edlen Gestaltungen der italienischen Renaissance wiederspiegelten sich auch iu Ungarn und zeitigten reiche Früchte am glänzenden Hofe Matthias' und nach dem Beispiele desselben rings umher im Lande. Allein die langen Kämpfe gegen die Osmauen und später die türkische Botmäßigkeit zwangen auch dieJudustrie iu jenen anfänglichen Zustand zurück, aus dem sie sich vor Jahrhunderten emporgearbeitet hatte. Das lange Darniederliegen, welches auf die Befreiung vom Türken- joche folgte, war auch ein Darniederliegen der Industrie, dessen empfindlichste Wirkung darin bestand, daß die verstörte Nation für derartige Beschäftigungen keinen Sinn, für deren Pflege nicht Kraft nnd Mnth haben konnte. Als die westlichen Völker gerade auf industriellem Gebiete große Fortschritte machten, als die großartigen wissenschaftlichen Erruugeufchaften der ueuesten Zeit die alte Ordnung der Industrie vollständig umkehrten nnd die Welt eine so riesige indnstrielle Produktiv» entfaltete, wie man sie noch vor einem Jahrhundert gar nicht geträumt haben würde, da konnte sich Ungarn an dieser großen industriellen Bewegung nicht betheiligen. Gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts raffte sich zwar die Gesetzgebung auf und begauu auch auf die wirthschaftlicheu Fragen ein Augenmerk zu richten, aber eine so gründliche Arbeit der commereielleAusschuß des Reichstages von 1790/91 lieferte, sie blieb dennoch auf dem Papiere und erst im Laufe dieses Jahrhunderts wurde die eine und andere seiner damals angeregten Ideen verwirklicht. Hinsichtlich der Industrie blieben Regierung und Gesellschaft in Ungarn lange Zeit gleich unthätig, und erst als die Reformfragen der Dreißiger- und Vierziger-Jahre immer mächtiger zur Geltung gelangten, begann die Nation auch für ihre materiellen Interessen Theilnahme zu zeigen,und die Versäumnisse von Jahrhunderten durch umso fieberhaftere Thätigkeit gut zu machen. Graf Stefan Szechenyi, der für sämmtliche Bedürfnisse des Landes einen so scharfen Blick hatte, übernahm auch auf diesem Gebiete die Führung. Sein Genie gelangte bald zur Erkenntniß, daß die einseitige landwirthschaftliche Produktion den Interessen eines fortschreitenden Landes nicht entsprechen könne. Die Urproduktion, bei deren, wenn auch verhältnißmäßig geringer Eultivirnng gleichwohl die Nation in Ermangelung von Cousumenten leicht im eigenen Fette ersticken konnte, hielt er für steigerungsfähig und wollte sie auch steigern, aber als ebenso nothwendig und unentbehrlich erkannte er die Hebung der Industrie. Vor Allem richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Hervorrufuug, beziehentlich Förderung der mit der Landwirthschaft verknüpften Industriezweige. Sein Adlerblick erschaute zuerst den Schatz, der im ungarischen „Stahlweizen" ruht, wenn daraus nach richtigem System jenes schneeweiße Mehl hergestellt wird, aus dem sich jener weiche,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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