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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 496 -
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496 greifen. Diese nämlichen Gebirge und Hügelgelände boten ihre reichen Erzschätze dar, ans deren Grund sich in Ungarn schon frühzeitig, wenn auch meist von fremder Hand betrieben, der Bergbau entwickelte. In diesen Thälern sehen wir die Hohöfen sich erheben, da entstehen die Glashüt ten, wird die Kohlen- und Pottaschenbrennerei betrieben, ragen die Walk- und Pochmühlen u. s. f. und es entfaltet sich jene Thätigkeit, welche dem ungarischen Oberlande und den Gebirgsgegenden Siebenbürgens einen hervor- stechend industriellen Charakter verleiht. Das Alföld bleibt für alle Zeiten das reiche landwirthschaftliche Gebiet des Landes. In seinem Bereiche sehen wir keine Industrie sich entwickeln, außer dem Handwerk, das die gewerblichen Bedürfnisse des Alltags befriedigt. Die in der Ebene träge gewordenen Flüsse liefern keine Triebkraft mehr, die Bevölkerung ist nicht dicht genug, aber auch nicht arm genug, um in den Dienst der Industrie zu treten. Nur die mit der Landwirthschaft verknüpfte, durch sie gestützte, von ihr unzertrennliche Mühlen- und Spiritus-Industrie, Zucker- und Biersabrication zieht sich auf die ausgedehnteren Ebenen hinab. Aber auch das nur, nachdem in fortgeschrittener Zeit der Dampf den ersten Platz unter den Motoren eingenommen hat und zu seiner Erzeugung die Stein- und Braunkohle heranzieht, deren Fundorte sich nicht in den höchsten Gebirgen, sondern in den die beiden großen Becken umfassenden niedrigeren Berg- und Hügelgegenden am ergiebigsten erweisen. Und gleichwie sich die Industrie, bei uns und anderwärts, unter dem reformireuden Einfluß des Dampfes in ihren Productiousverhältnissen umgestaltet, findet diese Umgestaltung unter dem Einfluß des Dampfes und der immer mehr vervollkommneten Verkehrsmittel auch geographisch statt. Nicht die zwar billige, aber in manchen Abschnitten des Jahres ungenügende oder gar fehlende Wasserkraft, nicht die Nähe des Feneruugsmateriales, des Holzes oder der Steinkohle, bestimmt heutigentags die Stätte für eine industrielle Niederlassung, sondern die Knotenpunkte des Verkehrs, welche zugleich Brennpunkte der Bevölkerung geworden sind, die Städte , ziehen die Großindustrie an. Weder der zur Verarbeitung gelangende Rohstoff, z. B. bei einer Maschinenfabrik das Eisen, bei einer Tuchfabrik die Wolle, bei einer Porzellanfabrik der Thon, noch das Feuerungsmaterial, Holz oder Kohle, fallen bei der wohlfeil gewordenen Eommnnication so schwer in die Wagschale, daß bei sonst günstigen Factoren die Eoncurrenz den geringen Frachtunterschied nicht aushalten könnte. Einer der mächtigsten Factoren dieser Art ist aber bei jeder, mit noch so sinnreichen Maschinen und Arbeitsmitteln ausgestatteten Fabriksindustrie die genügend zahlreiche, intelligente und ausgebildete menschliche Arbeitskraft . Deßhalb bleibt die Bevölkerung auf dem Lande stationär, während sie in den Städten beträchtlich anwächst. Deshalb zieht sich die Großindustrie nach den größeren und über entsprechende Elemente verfügenden Provinzstädten und findet ihren weithinans
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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