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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 459 -
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459 Ist Kaiser Karl im Untersberg der weltentrückte Volksheld, wie das Alterthum viele kannte, die „in den Berg gegangen sind", das heißt daselbst ihren Todtenschlaf halten, so ist anch der reiche Bauer Vögerl nnter den Kees des Wiesbachhorns in der Fnsch gebannt. Wenn unter der Wirkung der Sonnenwärme im Gletscher mit Krachen Spalten und Risse entstehen, dann sucht Vögerl den ihn umgebenden Eispanzer zu sprengen, und ein Senner sagt leise zum andern: hent spaltet Vögerl wieder Eis. Damit verwandt sind die zahlreichen Versteinerungen, die sämmtlich, wie in der griechischen Sage, als Strafgerichte angesehen werden. Voran steht der hartherzige „König Wazman", der mit Frau und Kindern im Berchtesgadenerland thront. Zwischen den Thälern Ranris und Gastein erhebt sich der von der Sage umwebte „Herzog Ernst", der vom Kaiser geächtet „ins Elend ging", das heißt in ferne Länder zog und viele Abenteuer bestand. Zwischen Gastein nnd Großarl liegt die kleine uud große Elendscharte mit der Richtung nach Kärnten und dem Osten. Der leichtfertige „Schuhslicker" weist uuu den Weg über die Höhen zwischen Gastein uud Großarl. Der lockere Piuzgauer „Spielmau", zur Seite der den Bergsteiger« wohl- bekannten Pfandlscharte, steht versteinert unter Schuee uud Eis auf dem Taueru. Warum hat er so verlockend gegeigt! Wenn der Wind über die Berge bläst, spielt er noch seine alten Tänze ans und horchen die Älpler. Um den „Reichenspitz" zwischen Kriinl und der wildeu Gerlos sieht mau die lauge», unheimlichen Reichenspitzer mit ihren Nebelstechern, die ihre Schätze hüten und denen der Wanderer ausweicht. Die zwei „steinernen Jäger" am Staufen büßen ihr vormittägiges Sonntagswaidwerk; die steiuerue Agnes oder „venvuuscheue Sendinn" auf dem Lattenb?rg dieut als abschreckeudes Beispiel für leicht- sinnige Liebe nnd Kindesmord, während die Sage von den „drei steinernen Brüdern" beim Hirschbühel erloschen ist. Auch Geschlechtersageu fehle» nicht. Der baierische Herzog Diet hat auf der blutigen und der Rvsaninalpe im Lnngau gegen die eingefallenen Wenden eine blutige Schlacht verloren uud liegt zu St. Michael mit seiner Frau Glaistrada begraben. Die Welfen- sage, so alt wie die vom Herzog Ernst, heftete sich iu einem Ableger an das Geschlecht der Hnnd zu Dorfheim in Saalfelden. Die Rittersfran gebar, wie die Gräfin Jrmentrant, zwölf Kuabeu auf einmal. Beide, den strengen Sinn ihrer Eheherren fürchtend, die solches Ereigniß für nnnatürlich halten würden, befahlen, elf davon zu ertränken. Die Magd, die sie im Korbe forttrug, begegnete dort dem Grafen, hier dem Ritter. Befragt, antwortete sie, es seien Welsen (junge Hunde). Da nun sowohl der Graf als der Ritter sahen, daß die Kiuder munter uud frisch seien, ließen sie dieselben auferzieheu. Davou stammen die Gefchlechtsuameu der Welfen und Huud. Auch die Tauuhäusersage wanderte mit diesem Geschlechte nach Lnngan ein, denn im Jahre 1275 ist Gvtfried Tannhanser schon in erzbischöflichen Diensten. Aber der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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