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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 461 -
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461 Ortsanlagen und !Vohnnnqen. Die deutschen Einwanderer siedelten sich einzeln oder in Genossenschaften neben den nicht mehr zahlreichen alten Landeseinwohnern an, von deren fremdsprachigen Güter- und Ortsnamen sich mehrere erhalten haben. So entstanden sehr viele Einzelngüter, aber auch Weiler uud Dörfer, in denen sich Führer mit ihren Gefolgschaften niederließen. Zu deu ältesten deutschen Ortsuameu zählen die auf -iug uud -Wang, wie Anthering, Ützling, Elsenwang, Spanswang, die über das Jahr 1000 unserer Zeitrechnung zurückreichen. Jahrhunderte dauerte die Culturarbeit der Walddurchschläge (Holzgassen), des Rodens der Auen au deu Bächeu, des Trocknens moosiger Strecken, des Rentens oder Nieder- brennens von Waldungen, — daher viele Hunderte von Guts- und Ortsnamen, die mit -gasse, -au, -bach, -mos, -braud, -schwant, -mais, -rent zusammengesetzt sind. Als sich im XIII. und XIV. Jahrhundert die Lage der Bauernschaft besserte, wurden große Güter iu zwei, drei, vier Eiuzelugüter zerlegt und denselben anbanwürdige Strecken zugetheilt, deren es noch eine Menge gab. Man behielt die alten Gutsnamcn bei nnd unterschied die ueu entstandenen dnrch die Vorsatzwörter Ober-, Unter-, Vorder-, Hinter- n. s. w. Darum herrscht die zerstreute Ausiedluugsweise vor. Erst iu der ueuereu Zeit wurden solche Einzelngüter zu Weilern, Ortschaften zusammengefaßt, endlich mit Nachbardörfern zu Gemeiudeu vereinigt, deren Bezirk bisweilen ein sechs bis acht Stunden langes Thal begreift. Die Ortsgestalt ist auf die Anlage von Dörfern und Märkten von bestimmendem Einfluß gewesen. Längs der Straßen, an Bach- oder Flnßnfern stehen die Häuser in zerstreuten Reihen, von Peuuteu (eingezäunten Grundstücken), Vorgärten, Stadelzufahrten, Ackerwegen, Fußsteigen, Unland oder wüsten Flecken unterbrochen. An Wegkreuzungen, Straßenzwieseln, Thalmündnngen folgen die Häusergruppen den Verkehrslinien, oft über Hügel nnd durch Hohlwege. Neubefiedelte Gründe erscheinen als angefügte Häusergruppen, Verlängerungen oder Zweige der alte» Orte, als „Peuuteu", „Rotten", „Vormärkte", selbst als „Burgfriede" vou Dörfern. Schon bei der ersten Ansiedlung wurden die Flnren aller alten Dorfmarken in drei Felder, „Zeigen", getheilt, in das Winter-, Sommer- und Brachfeld, die uoch heute ihre befoudereu Namen tragen, Unter-, Ober-, Hinter-, Stadel-, Kirchfeld n.f.w. Jeder ansässige Dorfgenosse besaß iü jedem dieser drei Felder seinen vermarkten Antheil. Daher stehen auch heutzutage die Häuser im Dorfe nicht in der Mitte oder am Dorfrande ihrer Feldnngen, fouderu oft eine viertel bis halbe Stunde von einzelnen ihrer Gründe entfernt. Erst die im Laufe dieses Jahrhunderts neu entstandenen Ortschaften Leopoldskron und Neu-Maxglau machen eine Ausnahme. Sie sind durch Auftheiluug eiuer Grundfläche
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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