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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 469 -
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469 Stühle vvn Kirsch- oder Nußbaumholz. Im Schränke werden gerollte Stücke „hans- wirchener" Leinwand verwahrt, mit einer Papierrose oder den Bildern der Namenspatrone besteckt. In den Schubladen liegen Halsketten, Ohrringe, Brustnadeln, Schatzgeld, auch seidene Kleidungsstücke. Auf dem Kasten fehlt selten das wächserne Christkind unter Glas- stnrz im Puppenanzug. Daneben Ziergläser, Kaffeeschalen, rothe Äpfel. Die Wände sind mit einem Spiegel und mit „Tafeln" behängt, die Öl- oder Steindruckbilder zeige»; Feustcrvorhäuge verbreiten leichtes Duukel über deu seltener betretenen Raum. ^Nundart und Oolksdichtnng. Obwohl unser kleines Alpenland ausschließlich dem Gebiete der baierisch-österrcichischen Mundart angehört, so begegnet uns in der Volkssprache doch keine einheitliche Mundart, vielmehr tritt hier, entsprechend der mannigfaltigen Bodengestaltung, eine Scheidung «ach deu Gaue» ei»: in die Mundart des Flachgaues, die der Hochgebirgsgane Pongan nnd Pinzgan und die durch deu Radstatter Taueru abgetrennte Mundart Luugaus. Ja diese Untermundarten steheu mit deu angrenzenden Dialeeten znm Theil im näheren Zusammen- hange als uuter sich; so lehnt sich die Mundart des Flachgaues an die des benachbarten Oberbaieru, die pinzgan-ponganische an die Tirols und die lnnganische an die von Kärnten nnd Steiermark. Und doch liegt den salzbnrgischen Mundarten ein Charakter zn Grunde: die Volkssprache Sa lzburgs erscheint, wie alle westlichen Dialecte des baierisch- österreichischen Sprachgebietes, alterthümlicher in Laut uud Wortschatz, fertiger uud ent- schiedener als die Mundarten der Dvnanlandfchaften im Osten. Die Familiennamen, welche meist aus den Hofnamen hervorgegangen sind, deute» auf unverfälschtes deutsches Volksthum und auf die vorwiegend ländliche Beschäftigung der Bewohner: Aussprache und Schreibung derselben ist vielfach dialeetisch, z. B. Hueber, Riesch, Moar (Mair). Das Verhältniß der Mundart zur Umgangssprache ist in den wenigen Städten nnd Märkten des Landes von dem i» „Österreich" völlig abweichend. Der „grobe Landton der hierländischen Flachländer", wie der alte Topograph Hübner ihn nennt, greift tiefer in die Umgangssprache ein, so daß dieselbe nicht blos im Wortschatze, sviidern auch im Laute mehr bäuerisch erscheint uud Abstufungen des Dialeetes, nach der größeren und geringeren Abgeschlossenheit eines Gebietes, wie z. B. „thoan" oder „thnon" (thun), „kumen" oder „kemen" (kommen) des Österreichers, hier fast ausgeschlossen erscheinen. Selbst in das Schriftdeutsch Gebildeter mischen sich Provinzialismen, z. B. beilich, Verlurst, Geschwisterte?e. Die Mundart des Flachgaues bildet deu Übergang vvn dem oberbaierischen Dialecte zu dem weicheren, eigentlich österreichischen Dialeete des Donauthales. Die Vocale siud hier alterthümlicher als im Osten. Ein charakteristisches Merkmal, an welchem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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