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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 470 -
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470 man den Salzburger alsbald von dem Österreicher unterscheiden lernt, ist die Aussprache des falten) Zwielautes „oa", z. B. Stöau, österreichisch Stän. Die Aussprache der Cousouauteu ist eine schärfere, insbesondere die Kehllaute werden je uäher dem Gebirge desto härter gesprochen, so: „Stacht", österreichisch „Stagl" aus Stahl, „Rech" für Reh: „l" uud „r", die iu Österreich in „i" uud „a" überzugehen geneigt sind, werden hier noch meist reiu gesprochen. Der Umlaut zeigt häufig eine von der österreichischen Mundart abweichende Gestaltung, z. B. „Klozen", österreichisch „Klezen", „Bremen", österreichisch „Bramen" (Bremse), ebenso das Geschlecht der Hauptwörter, z, B, „der Knödel", österreichisch: das Knödel. Die Zeitwörter „lassen" nnd „müssen" erleiden in einzelnen Formen den Abfall des zweiten Consonanten, z. B. „lä" (laß), er „muo" (muß): „fragen" und „sagen" außerdem Zusammenziehuug, z. B. er hat gsoat (gesagt). Die Biegnng der Zeitwörter hat mauche alte Formen bewahrt, so das „nt" der dritten Person Mehrzahl: z. B. „sö branchnt"; den starken Conjunctiv der Mitver- gaugeuheit: z. B. „i gab" (gäbe), das alte Präsens in: „i hän" (ich habe). Die Wortbildung ist reich au Hauptwörter», die aus Eigeuschaftswörteru gebildet sind, z. B. „dö Liabu" (Lieblichkeit), „dö Schöu" (Schönheit), an Sammelnamen aus „et", z. B. „Aichet" (Eichenwald); an Eigenschaftswörtern mit der Vorsilbe „an", z. B. „an-sanber", etwas sauber. Bei den Ortsnamen ist der alterthümliche Gebrauch des Artikels bewahrt, z. B. iu der Gnigl, in der Gastein. Die Verkleinerung vollzieht sich durch „al" und „ai", z. B. „Hansai", Hänschen. Auch der Wortschatz weist viele in Österreich ungebräuchliche alte Wörter auf, z. B. Klag für Trauer, abspülen für abwaschen, insbesondere aber in den Namen der Speisen uud Geräthe, z. B. „Mnas" für österreichisch „Schmarrn", „Leilach" (Leintuch), ebenso abweichende Wortbedeutungen, z. B. „Verdruß" für Sorge, „Prater" für Ringelspiel. Der Gebrauch der Fremdwörter ist vielfach ein anderer; für das slavische: Grenze, österreichisch „Grauiz", erscheint hier das deutsche „March"; dagegen heißt z. B. der leutselige Städter eiu „kommoder" Herr, ein schönes Haus im Pinzgan ein „Prä-Haus". Für den Flachganer bezeichnend sind seine Lieblings-Partikel ,,ge(n)" und „han". Die von dem Topographen Hübner vor nahezu hundert Jahreu aufgestellten Unterschiede in der Sprechart benachbarter Bezirke, wie Thalgan uud St. Gilgen, dürften wohl durch deu lebhafteren Verkehr unserer Zeit verwischt worden sein. Von dem Felsenthor des Lneg-Passes bis zu den Taueruhöheu erstreckt sich das Gebiet der Mundart des Pongau uud Piuzgau, vou welcher schon der alte Hübner bemerkte, daß sie sehr viel Eigenartiges aufweise. Die Gebirgsbewohner sprechen meist langsam uud fiugeud, das heißt mit beständiger Erhöhung und Vertiefung des Tones.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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