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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 479 -
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479 Musiker erscheinen wieder in der Hofkapelle, aber der gelegte Keim eigenen heimatlichen Kunststrebens hatte feste Wurzel gefaßt und der lebenskräftigen Saat entsproß eine stattliche Reihe von Tonkünstlern, darunter anch solche von allgemein kunstgeschichtlicher Bedentnng. Dem Claviervirtnosen Josef Wölfl, 1772 zu Salzburg geboren, unter Leopold Mozart und Michael Haydn zum tüchtigen Mnsiker herangebildet, wurde die Ehre zutheil, ein Rivale Beethovens am Clavier genannt zu werde». Größere Bedeutung gewinnt Wölfl dadurch, daß in seinem Spiele und seinen Claviereompositionen die Virtuosität wohl zum ersten Male als Selbstzweck auftritt. Kanu man in diesem Sinne Wölfl den Vater des deutschen Virtuosenthums ueuueu, so siudeu unsere modernen uberseeischen Tournees in Sigmund vou Neu komm ihreu ersten Vertreter. Nenkomm, in Salzburg am 10. Juli 1778 geboren, ein Schüler der beiden Haydn, gehört zn den fruchtbarsten Componisten der Zahl seiner Werke nach, welche alle Gebiete mnsikalischen Schaffens berühren. Nenkomm wirkte nicht nnr in fast allen europäischen Ländern für die Ausbildung seiner Kunst, er verlebte auch fünf Jahre in Rio Janeiro am Hofe des Königs Johann von Portugal und Herrn von Brasilien, neben seiner Musik eifrig naturwissenschaftliche« Studien obliegend, nnd besuchte später auch Afrika. Mit Fürst Talleyrand, dessen intime Frenndschast er genoß, kam er im Jahre 1814 zum Cougresse nach Wien, wo ihm König Ludwig XVIII. für die Compositiou eines Requiems zur Gedächtuißseier für Ludwig XVI. das Ritterkreuz der frauzöfifcheu Ehrenlegion und den Adelsstand verlieh. Znr Enthüllung des ersten Mozartdenkmals in Salzburg eomponirte Nenkomm die von Ladislaus Pyrker gedichtete Hymne: „Osterreich". Salzburg gehört, nach Gebnrt und mnsikalischer Erziehung, anch Anton Diabel l i an, der Freund unserer clavierspielenden Jugend. In Mattsee am 6. September 1781 geboren, erwarb sich Diabelli im Stifte zu Michelbenern, sonach im Kapellhause iu Salzburg seine mnsikalische Vorbildung, stndirte bei Michael Haydn die Eomposition und zog 1803 als Elavier- nnd Guitarrelehrer uach Wieu. Hier gründete er 1824 die durch deu Hauptverlag der Werke Frauz Schuberts berühmt gewordene musikalische Verlagshandlnng und starb im Jahre 1858 daselbst, — durch seine melodiösen, dem Clavierunterrichte gewidmeten Werke wohl eiuer der populärsten Tonscher. „Wer dem preußischen Grenadier Franz Koch mit seiner Maultrommel begegnet, versäume uicht ihu zu höreu", schreibt Jean Paul im Hesperns, und der alte Dresdner Oberkapellmeister Johauu Gottlob Naumann soll bei den Leistnngen Kochs ausgerufen haben: „Wenn ich das vermöchte, ich verbrennte aus der Stelle alle meiue Compositioueu." Solchen Urtheilen gegenüber gebührt wohl anch dem Mittersiller Buchbinder Franz Koch, welcher, anf seiner Wanderschaft unter die preußischen Grenadiere gesteckt, als solcher an
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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