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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 480 -
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480 alle» deutsche» Höfe» auf der Maultrommel sich prvdueirte, eine Stelle in dem Curiositüteu- kabinet der Musikgeschichte Salzburgs. Die Regierung der beiden letzten Erzbischöse des souveränen Hochstiftes Salzburg umfaßt auch Lebe» und Wirken der größten Salzbnrg'schen Tonkünstler: Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. Michae lHaydns stilles Kunstwalteu gehört Salzburg ganz und voll an. Zu Rohrau in Niederösterreich am 14. September 1737 geboren, kam Haydn im fünfundzwanzigsten Lebensjahre nach Salzburg, wo er als fürsterzbischöslicher Coucertmeister und Domorganist mit 600 Gulden jahrlicher Besoldung bis an sein Lebensende, 10. August 1806, verblieb. Durch Dienstespflicht nnd fromme Neigung aus das Gebiet der Kirchenmusik gewiesen, empfand Haydn kaum die Fesseln seiner bescheidenen Lebensstellung und der seiner künstlerischen Bedeutung immerhin nicht entsprechenden Verhältnisse Salzburgs. Was Michael Haydn für die Kirche geschaffen, tönt unserer Zeit noch lebendig fort, die Compofitionen weltlichen Inhalts dagegen sind unserem Geschmack entfremdet, zu seiner Zeit jedoch erregte die Zwischenactsmusik zur „Zaire" allgemeine Bewunderung und erwarb sich das warme, niemals leichtfertig gespendete Lob Leopold Mozarts. Die vierstimmigen Lieder Michael Haydns, zumeist seinem treuinnig gepflegten Verkehre mit Freunden entsprossen, erlangten in Salzburg eiue für die Pflege des Männergesanges daselbst bedeutungsvolle Popularität. Fruchtbar wie als Componist und bewuuderter Orgelspieler wirkte Haydn auch als Lehrer. Seiner Schule entstammten fast alle bedeutenderen Musiker Salzburgs uud unter den zahlreichen auswärtigen Schülern des Altmeisters glänzt der Name Karl Maria von Weber. Der Lebenslaus Haydns bietet wenige bemerkenswerthe Momente. Tage des Schreckens brachte ihm der Einmarsch der Franzosen in Salzburg im December 1800, bei welchem der greise Künstler durch zwei plündernde Soldaten sein Hab und Gnt verlor. Der Aufenthalt in Wien im Jahre 1801 und die Aufführung seiner für die Kaiserin Maria Theresia componirten Messe, die Anerkennung der großen Fürstin, welche selbst bei der Probe mitsang und dem beglückten, allerseits gefeierten Greise wiederholt: „Bravo, Haydn, Bravissimo!" zurief, das waren Lichtstrahlen in des Meisters frendenarmein Dasein. Sie erhellten die noch kurze Spauue Zeit, bis man ihn hinanstrng wenige Schritte aus dem kleinen Hanse der Festungsgasse in den stillen Garten von St. Pcter. Konnte Michael Haydns von frommer Andacht geleitetes Talent unter den beschränkten Verhältnissen Salzburgs frei sich eutsalteu, so vermochte dagegen Mozar t s dem blühenden Leben zugekehrter Genius unr dort zn höchster Höhe sich zu erheben, wo ihm des Lebens Fülle entgegentrat. Mozart der Meister gehört unbestritten Wien an. Die Lehr- und Wanderjahre aber, seine ganze physische und künstlerische Entwicklung haftet mit mächtigen Wurzeln iu dem Boden Salzburgs, seiner Vaterstadt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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