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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 492 -
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492 meist nach Ingolstadt, gesendet. Bald aber, der Abhängigkeit müde, dachte man an die Errichtung einer eigenen Universität. DerStnrm, der im XVI. Jahrhundert die Geister aufwühlte und so viele Schöpfungen der alten kirchlichen Bildung hinwegfegte, konnte die Grnndveste des tansendjährigen Salzburg nicht erschüttern. Verjüngt und verschönt trat es in das neue Jahrhundert hinüber. Wolf Dietrichs Feuergeist entwarf die Pläne der ferneren Entwicklung. Der schwermüthige, phantasievolle Marx Sittich (1612 bis 1619), Schwestersohn des heiligen Karl Borromäns, stellte der, wie man sagte, gereinigten Kirchenlehre die volle sinnbildliche Pracht des katholischen Cultus entgegen. Ein Frohnleichnamsumzug in seinen Tagen fand etwa nnr in Rom und Madrid seinesgleichen. Aber nicht allein bei kirchlichen, auch bei weltlichen Festen entfaltete sich blühendes Leben uud malerischer Prnnk. Das Rathhaus wurde nach allen Seiten mit Gemälden, mhthologischen und biblischen Scenen versehen Eine reizende Schöpfung seiner ersten Regierungsjahre war das Lustschloß Hellbruun. Inmitten der Waldeinsamkeit des bergigen Thiergartens, wo er seine Lieblingsthiere, dir Steinböcke, hegte, ließ er ein Felsentheater aushöhlen, eine wilde phantastische Scenerie, die heute noch die Einbildungskraft des Beschauers anregt, sie mit den Gestalten der Dichtung zu belebe». Hier wurden bei festlichen Anlässen Pastorale und Opern ausgeführt, so am 27. August 1617, zu Ehren fürstlicher Gäste aus Baieru „die künstliche Action von der heiligen Blutzeugin Christina, ein fürtreffliches Werk, dergleichen weil Salzburg gestanden, uie gehalten worden." Marx Sittich wird selbst als ein vortrefflicher Dichter gerühmt; er hatte ein eigenes, sehr schön und kunstreich ausgestattetes Theater, wo italienische Comödieu aufgeführt wurden. Am 10. Oetober 1619 starb er; seine größten Werke, den Dombau und die Universität, ließ er unvollendet zurück; Paris Lodron war ihr Vollender. Am 11. October 1622 fand die Eröffnung der Alma Benedictina statt. Von den Greueln des dreißigjährigen Krieges blieb Salzburg wie durch eiu Wuuder verschont. Unter Guidobald Thuu (1654 bis 1668) ging die Universität ihrem Höhepunkte entgegen. Es diente zur Empfehlung, in Salzburg stndirt zu haben. An der juristischen Facultät wirkte Hermann Hermes aus Kölu, der erste katholische Rechtsgelehrte, der über deutsches Staatsrecht schrieb. In Salzburg empfing Abraham a Sancta Clara (Ulrich Megerle), nach seinem eigenen Ausdrucke, das Salz der Weisheit; er studirte hier 1659 bis 1662. Das akademische oder Aula-Theater, das als Pflegestätte des höhere« und mnsikalischen Dramas und später als Schauplatz des ersteu öffentlichen Auftretens Mozarts classischen Ruf gewann, wurde in eben der Zeit errichtet. Hier ist auch der Ort, eines Mannes zu gedenken, der, so große Wirkung er seinerzeit als Prediger und Dichter ausübte und obwohl er das Vorbild Abraham a Sancta Clara's geworden ist, dennoch heute zu den fast Verschollenen zählt. Nur sein
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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