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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 494 -
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494 Talente anzog, zeigt, daß auch der ernste Vierthaler seine Laufbahn mit einem Drama, „Der geheime Spion", begann. Sein Hanptwerk ist die „Philosophische Geschichte der Menschen und Völker" in sieben Bänden. Von seinen zahlreichen pädagogischen Schriften nennen wir den „Geist der Sokratik" sowie die leider nnvollendete „Geschichte des Schul- wesens und der Cultur in Salzburg". Ein anderer Geist war der Weltpriester Lorenz H übn er aus Donauwörth, 1783 bis 1799 in Salzburg, Herausgeber der oberdeutschen Literaturzeitung. Hübuer war der Journalist der Hieronymus-Zeit. Auch mit einem Musenalmanache, au dem er selbst sich mit Gedichten betheiligte, eiferte er dem classischen Jena nach. Hier wie in seinen übrigen Schriften verfolgte er ein lehrhaftes Ziel: er wollte den Grundsätzen der französische» Aufklärung Eingang im Volke verschaffen. Überhaupt berührten sich die Salzbnrger Poeten jener aufgeklärten Epoche eher mit Gottsched und Nicolai als mit Schiller und Göthe. Die großartige Gebirgsumgebuug Salzburgs lockte die gelehrten Herren immer wieder zu versificirten Schilderungen, aber sie kamen über das blos Malerische, Äußerliche nicht hinaus. Ihre Naturbeschreibungen füllen ganze Bände. Hübner selbst in seinem „Abschiede vom Mönchsberg" gibt das Beispiel. H. K. Brandstätter und der sonst treffliche Alois Weißenbach in seiner zweibändigen poetischen Beschreibung des Parkes von Aigen folgen ihm nach. Weißenbach (geboren zn Telfs in Tirol 1766, gestorben Salzburg 1821), Arzt uud Decau der medicinischen Facnltät in Salzburg unter der kurfürstlichen Regierung, war ein äußerst fruchtbarer Schriftsteller. Seme Dichtungen, namentlich die patriotischen, sowohl deutschen als baierischen nnd österreichischen, erfreuen oft durch edlen Schwung und schöne Gedanken. Das Trauerspiel iu Versen „Der Brautkranz" (1810) schickte er an Göthe; dieser dankte eigenhändig, etwas kühl. Der Brautkranz wnrde wiederholt im Wiener Hosburgtheater aufgeführt. Mit Beethoven, der eine Cantate von ihm in Musik setzte, verband ihn persönliche Freundschaft. Als vorzügliche Prosaisten neben Vierthaler und Hübner sind noch zu nennen Johann Ernst Ritter von Koch-Sternfeld und der Domherr Graf Friedrich Spaur. Der Erstere schlägt in seinen anziehenden Rhapsodien aus den norischen Alpen auch warme lyrische Töne an. Letzterer fesselt nns in seinen „Spaziergängen", besonders auch durch die Hinblicke auf ein Salzburg der Zukunft, wie es dem Dichterauge des Kronprinzen Ludwig von Baiern vorschwebte. Die edle Schreibart der Genannten läßt uns deu großen Aufschwung, den die literarische Bildung unter Hieronymus genommen hatte, bewnndern. Die nene Zeit war der Entwicklung der schöueu Literatur in Salzburg uicht allzu günstig. Salzburg hatte aufgehört eiu eigeuer Staat zu sein. Die Regierungen folgten sich im raschen Wechsel. Jede derselben wnrde von feilen Schöngeistern in hochtrabenden Versen beglückwünscht. Der Wohlstand schwand. Bei der Unsicherheit der öffentlichen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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