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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 497 -
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497 gehören zu den schönsten und lautersten Erzeugnissen der damaligen patriotischen Muse. Pfest starb als königlich baierischer Landrichter in Salzburg 1816. Maria Johanna Sedelmaier wurde in Salzburg 1811 geboren. Sechsjährig las sie Pestalozzis „Lienhcirt nnd Gertrud". Mit ihrem Bruder studirte sie Latein und Griechisch. Sie kannte ihren Horaz und Virgil wie ihren Klopstock und Schiller. Nach dem Tode der Mutter über- nahm sie das Tabakgeschäft derselben, nebenbei ertheilte sie Unterricht. In ihrem Laden verkehrten merkwürdige Männer. König Ludwig von Baiern suchte die Dichterin auf, so oft er nach Salzburg kam; Ladislaus Pyrker bei seiner jährlichen Durchreise nach Gastein; Lenan, Feuchtersleben sprachen bei ihr vor, selbst der ernste Grillparzer zollte ihrem Streben seine Anerkennung. Das Leben der Dichterin ist sonnen- und freudelos. Ihre ganze Liebefähigkeit wendete sie der Heimat, ihrem theuren Salzburg zu, desseu Natur und Geschichte sie mit Schiller'schem Pathos besingt. In das Alterthum, in das Salzburg der Römer hat sie sich ganz eingelebt; der Verlust der römischen Funde vou Bürglsteiu erfüllt sie mit wahrem Schmerz. Ihre Dichtungen, besonders die epischen: der heilige Maximus und Rnpertns, die Sage von Lambach, Josef Speckbacher, sollten in ihrer Heimat unvergessen bleiben. Maria Johanna Sedelmaier starb 1853. Ein vollständiges, regelrecht durchgeführtes Drama „Romulus und Remus" fand sich in ihrem Nachlasse. Als österreichisches Herzogthum ist Salzburg in eine neue Phase der Entwicklung getreten. Der gesteigerte Verkehr brachte geistige Zufuhr. Heimisches und Fremdes ver- banden sich zu ueueu Lebensformen. Ludwig Mielichhofer, dessen Erinnerungen an das classische Wien der Zwanziger- und Dreißigerjahre reichen, war als Redacteur der Salz- burger Zeitung durch viele Jahre der gesellige Mittelpunkt des literarischen Sommerlebens in Salzburg. Julius von der Traun (Alexander Schindler) fand in seinem salzburgischen Tnsculum die Sammlung zu seinen reifsten poetischen Schöpfungen. Karl Ziegler (Earlopago) schrieb hier seine formschönen Verse „Vom Kothurn der Lyrik" und „Oden". Dr. Märzroth rettete seine Alt Wiener Erinnerungen in den Frieden der Alpennatur. Ludwig von Mertens, der Sänger des belagerten Wien und des Idylls auf dem Kahlen- bergs einer der weuigeu epischen Dichter Österreichs, und Adolf Bekk, als Lyriker nicht unbekannt, nennen Salzburg ihre zweite Heimat. Constant von Wurzbach, der Verfasser des „Schillerbuches", weilt gleichfalls iu dem Banne der Alpenstadt; vom Südfuße des Untersberges, dem nahen Berchtesgaden aus sendet er seine poetischen und literarischen Arbeiten, die Bände seines österreichischen biographischen Lexikons in die Welt. Richard von Strele stimmt markige Lieder im Tone Scheffels an. Anton Breitner in Mattsee versuchte sich auf episch-lyrischem Gebiete, gleichfalls in Scheffels Weise. Heinrich Reitzenbeck und Josef Mayr wirkten von der Schule aus poetisch anregend auf die Jugend. Als Jugend- und Volksschriftsteller im Geiste Christoph von Schmids ist P. Heinrich Schwarz Lberösterreich und Salzburg. 32
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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