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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 508 -
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508 Diese gewaltsame Zerstörung des Domes mit Allem, was drum und dran hing, war für das ganze geschichtliche Leben Salzburgs ein Riß, viel tiefer und nachhaltiger wirkend, als es oberflächlich betrachtet scheinen mag. Aber auch die Kunstgeschichte, und nicht die salzburgische allein, hat Ursache genug den Verlust zu beklagen. Für sie bedeutet der zerstörte Dom ein herausgerissenes Blatt, das zu mancher dunklen Frage den Schlüssel geboten hätte. Was aus romanischer Zeit Salzburg noch besitzt, ist trotz der Bedeutung des Einzelnen loses Stückwerk, dem mit dem Dome der zusammenhaltende und lichtgebende Mittelpunkt verloren ging. Im Lande Salzburg außerhalb der Hauptstadt ist es mit romanischen Bau- denkmalen noch spärlicher bestellt, obwohl man daselbst beim Ausgange jener Stilperiode schon weit über hundert Kirchen zählte. Vor Allem ist hier die Benedictinerstiftskirche Michaelbeuren an der nördlichen Landesgrenze zu nennen; ähnlich wie St. Peter stellt sie sich als ein in den Grundformen wohlerhaltenes, leider freilich auch ebenso energisch modernisirtes Bauwerk romanischen Alters, als langgestreckte dreischiffige Pfeilerbasilika ohne Querschiff dar. Auch das romanische Portal hat die Kirche in der ursprünglichen höchst einfachen Gestalt mit beinahe rohen Formen sich leidlich bewahrt. Nach der Chronik des Stiftes stammt das Gebäude uoch aus der Spätzeit des XI. Jahrhunderts. — Die Bnrgkapelle des Hochschlosses Werfen im Pongan verräth in der halbrund ausfpriugeuden Apsis, dem oblongen Schiffe und den kleinen ruudbogigeu Fenstern gleichfalls noch deutlich die romanische Anlage. Ein bedeutsameres Überbleibsel dieses Stiles besitzt sie aber in den Marmorbalustraden ihrer zwei Emporen mit theils runden, theis achteckigen Säylchen, welche mit kräftigen, streng romanischen Würfel- und Blättercapitälen vorzüglichster Senlptur, leider stark übertüncht, geziert sind. — Wenn wir endlich das schadhaft erhaltene romanische Portal der Pfarrkirche Stnhlfelden im Pinzgan anführen, sind die nennenswerthen Reste dieses Baustiles im Lande aufgezählt. Nur in den abseitigen Gebirgsthälern steckt hier und da ein weltvergessenes Kirchlein, einfach bis zur Stillosigkeit, ohne Schmuck und Kunst gebaut, doch mit ausgesprochenem romanischen Altersgepräge, das ihm die Armuth und Einsamkeit erhalten haben. Einen ausfälligen Gegensatz hierzn bilden die baierischeu, einstmals salzburgischen Nachbargebiete von Reichenhall, Laufen uud Berchtesgaden mit ihren vielen und höchst bedeutsamen Baudenkmalen romanischen Stiles. Sie entstanden zweifellos unter dem unmittelbaren Einflüsse von Salzburg aus uud gehören strenge genommen in den Bereich seiner Kunstgeschichte. Der Übergangszeit zur Gothik — Ende des XIII. bis Mitte des XIV. Jahrhunderts — verdankt endlich unser Land eine Reihe stattlicher Kirchenthürme, zum Theile Quader- bauten, die noch heute in ihrer alten, wenig veränderten Gestalt in die Ferne leuchten. Wir nennen als die ansehnlichsten jene zu Hallein, Radstadt, Hofgastein, Taxenbach und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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