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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 511 -
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511 romanischen Textil- und Kleinkunst, an liturgischen Gewändern und Gerathen, Reliqniarien, Elfenbein- und Emailarbeiten besitzen. Sie sind größtentheils aus kunsthistorischen Fach- blättern und Büchern schon längst bekannt. Auch im städtischen Museum finden sich einige durch Alter und Form interessante Objecte dieser Art. Das berühmte Antipeudium des Domschatzes, der Speisekelch in St. Peter, das Faldistorium in Nonnberg gelten als Seltenheiten ersten Ranges. Freilich ist der heutige Reichthum kaum mehr zu vergleichen mit dem einstigen; der kostspielige Domball des XVII. Jahrhunderts, die Neuerungssucht der Barockzeit, endlich und ganz besonders die der Säcularisatiou gefolgten Kriegsjahre haben unter den alten Schätzen gewaltig aufgeräumt. Die Jeit der Gothik. Die Gothik, die wunderbare Tochter des Romanismns, die in engem Formenkreise es zu so hohem Zauber der Erscheinung gebracht, kam wie ihr Vorläufer spät ins Land, so spät, daß ihr zur Herrschaft nur ein verhältnißmäßig kurzer Zeitraum, wenig über ein Jahrhundert offen blieb. Die Zeit ihrer Hochblüte, das XIV. Jahrhundert, ist für Salzburg überhaupt eine unruhige, durch iuuere und äußere Kämpfe vielfach bewegte, der Kunstentwicklung und speciell der Bauthätigkeit ungünstige gewesen. Erst mit dem XV. Jahrhundert kamen wieder bessere Tage; sofort erwachte auch wieder eine frischere Baulust, und zwar im neuen — gothischen — Stile. Allein dieser war inzwischen selber alt geworden und seine beste Triebkraft bereits erschöpft. So war es fast nur mehr die Spätgothik mit allen ihren Vorzügen und Schwächen, deren sich das Land, die Hauptstadt nicht ausgenommen, erfreuen konnte. Diese kurze Periode der Spätgothik bietet indeß mannigfaches Interesse. Nicht in der Größe und Schönheit, sondern in der Menge dessen, was sie schuf, liegt hierzulande ihre Bedeutung. Das XV. Jahrhundert war für Salzburg eine goldene Zeit. Die früheren Kämpfe und Wirren hatten ausgetobt, Taueruhaudel und Bergsegen schütteten ein Füll- horn von Wohlstand über Stadt und Land, Alles sonnte sich im lange entbehrten Frieden und Gedeihen. Da regte sich auch durch alle Kreise eine frische fröhliche Schaffenslust und allerorts, nicht blos bei den Hohen, sondern auch bei Bauern und Bürgern fing man zu bauen an. Nichts Großes, aber erstaunlich Vieles, keine stolze Bnrg, kein hochragender Münster, aber ein Gewimmel von Kirchen und Kirchlein, einfach bis zur Nüchternheit, dabei jedoch verständig, solid und wetterfest, wie man es im rauhen Berglande brauchte, liebte und verstand. Es will etwas sagen, daß in dem einzigeil Jahrhundert das kleine dünn bevölkerte Erzstist über 150 Kirchen, theils vom Grnnde neu, theils au Stelle älterer entstehen sah. Alles natürlich spätgothisch, ohne den Prunk und Zieratenschwulst, doch iu der strengen Gesetzmäßigkeit, Harmonie und Würde, mitunter selbst Kühnheit des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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