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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 537 -
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537 zerriß. Von dort an macht sich aber auch das Emportauchen einheimischer Kräfte zu künstlerischem Rang und Namen in stärkerem Maße als früher bemerklich; sie spielten durch das ganze XVIII. Jahrhundert neben den von außen berufenen Künstlern eine achtung- gebietende Rolle und eutsalteteu eiue Wirksamkeit, die bei einigen selbst in weite Kreise über Salzburg hinaus drang. Die verwandtere Schule der deutscheu Meister scheint anregender gewirkt zn haben als jene der fremden. Was namentlich Fischer von Erlach betrifft, so ist es ein Verdienst der neuesten Forschung, seiu fast in Vergessenheit gerathenes künstlerisches Wirken und Schaffen in Salzburg wieder ans Licht gezogen zu haben. Die Summe desselben ist überraschend groß und dürfte sogar durch »vettere archivalische Aufschlüsse sich «och vermehren. Wir wüßten keinen zweiten in Salzburg jemals so viel beschäftigten Architekten, selbst die Zeit des Dombaues uicht ausgenommen, zn nennen, aber nach Wien auch keine zweite Stadt in Österreich, in der sein Genius sich durch so viele und glänzende Werke verewigt hat. Aus der Meuge der salzburgischeu Renaissancebauten läßt sich hier nur das Bedeutendste im Einzelnen aufführen. Voraus sei bemerkt, daß auch während dieser Stil- periode im Lande — weniger freilich in der Stadt — der Kirchenbau seiu altes Über- gewicht behauptete. Die bereits große Zahl kirchlicher Gebäude wurde um nicht weniger als 104 nene vermehrt, daneben aber auch an den alten umgebaut, restaurirt uud „modernisirt", daß es eine Frende, nm nicht zn sagen, manchmal ein Jammer war. Auch die Stadt Salzburg wurde von der Renaissance mit 14 weiteren Kirchen beschenkt, darunter mit dem neuen Dome und mehreren so ansehnlichen, daß eine davon füglich ein zweiter Dom genannt werden darf. Sie sind es vornehmlich, die mit ihren Kuppel» uud glockeureicheu Thürme» der Stadt die Signatur der geistliche» Metropole u»d jene festtägliche, südlich angehauchte Stimmung geben, für die man den durch lange Zeit beliebten, stark übergreifenden Ausdruck „deutsches Rom" erfaud. Uuter den Kirchenbauten der Renaissance, um diesen wieder den Vortritt zu lassen, gebührt in jeder Hinsicht der erste Platz dem Dome. Was seiner Erbauung vorangegangen und durch welche Ereignisse sie veranlaßt worden, haben wir bereits erzählt. Der alte romanische Münster lag seit 1598, richtiger seit 1WK, zerstört, um einem größeren und vermeintlich schöneren Dome an gleicher Stelle Platz zn machen. Der oftgenannte Erzbifchof Wolf Dietrich war nicht der Mann, mit der Ausführung seiner Pläne, welche ihm der Dombrand so willkommen in die Hände gespielt, lange zu zögern. Kaum hatte der Abbruch begonnen, so berief er auch fchou für den Neubau den venetianischen Baumeister Vincenzo Scamozzi (1552 bis 1K16), eiueu Schüler Palladios, der durch zahlreiche Palast- und Kirchenbauten in Venedig selbst wie in verschiedenen Orten Oberitaliens seinen Namen berühmt gemacht hatte. Nach dessen von Wolf Dietrich genehmigten Bauplänen, welche in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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