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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 538 -
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538 der Hauptsache erhalten blieben, wäre der neue Dom in der That eiu Gebäude vvu riesige» Dimensionen, genialer Anlage uud reicher architektonischer Durchbildung geworden, mit Vorhalle, Haupt- und Querschisi, zu deren Seiten 18 kuppelförmig überwölbte, nnter- einauder verbundene Kapellenräume eine Art vou Nebenschiffen bilden sollten. Eine mächtige Klippel war über der Vierung, eine zweite über dem Presbyterium beaütragt, «ach venetianischer Vorliebe wären deren vielleicht noch mehr gewordeu. Auch auf deu Bau vou Thürmen an der Westfront scheint der Plan Bedacht genommen zu haben. Die Maße im Lichte» Ware» mit 135 Meter Länge für Hauptschiff nnd Chor, 95 Nieter für das Qnerschiff, über 7.000 Quadratmeter Flächeninhalt projectirt: sie hätten sonach jene der größten deutschen Kirchengebäude, des Kölner uud Speyerer Domes, nm ein Beträcht- liches überboten. Das Überschwängliche des Ganzen liegt anf der Hand. Der Riesenban wäre außer allem Verhältnisse zur Größe der Stadt und des Erzstiftes, auch außer Ver- hältniß zn den Mitteln des Bauherrn gestanden und hätte seine Vollendung sicher niemals erlebt. Am 18. April 1611 ließ Wolf Dietrich zu diesen« Dome den Grundstein legen nnd den Bau sofort mit feiuer gewohnten Hast wirklich beginnen. Nicht wenig kostbares Steinwerk vom alten Dome scheint dabei als Material benützt nnd in die Grundmauern versenkt worden zu sein. Allein kaum wäre» diese über die Erdoberfläche hillausgestiegen, ereilte den Bauherrn 1612 sein selbstbereitetes Schicksal, kläglicher Stnrz und Gefangen- schaft, aus der ihn 1617 erst der Tod befreite. Mit Scamozzis grandiosem Baue war es iluu für immer vorbei. Wir besitzen von dem gefeierten Meister nnr ein paar kleinere Bauten, die er während seines Aufenthaltes in Salzburg nm 1604 im Anftrage des Erzbischofs nebenher ansführte oder wenigstens entwarf: einige in edelster Renaissance gehaltene Theile sowie vermuthlich auch die reizend deeorirte Haupttreppe des heutigen Regiernngsgebändes nnd ein an sich schönes, aber völlig unharmonisch und störeud eingebautes Ora tor ium in der Franciseanerkirche, welche für die Gottes- dienste der Tomkirche während des Nenbanes ausersehen war. Wolf Dietrichs Nachfolger Marx Sittich von Hohenembs faßte einen den Ver- hältnissen besser entsprechenden Ban des Domes ins Auge und berief hierzu an Scamozzis Stelle gleichfalls einen walschen Meister von bescheidenerem Namen: Santino So la r i aus Como. Er war aus gnter Schule, eiuer von den unzähligen Architekten, womit Italien dazumal die halbe Welt versorgte. Dieser lieferte schon 1613 zu einem beträchtlich kleineren und einfacheren Gebäude, in den Grnndformen der Peterskirche von Rom nach damals beliebter Weise nachgebildet, die Pläne; 1614 wurde neuerdings der Grundstein gelegt und auf neuen Grundmauern der Ban abermals begonnen. Marx Sittich nnd nach dessen 1619 erfolgtem Tode Erzbischos Paris Lodron sührten ihn n»ter Solaris Leitung so rüstig fort, daß nach 14 Jahren die auch jetzt noch großartige Kirche in der Hauptsache
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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