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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 547 -
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547 erwähnten Blütezeit der Architektur nm die Wende des XVII. nnd XVIII. Jahrhunderts entstanden sind. Bei bescheidener Größe haben sie sämmtlich Anspruch auf deu Raug künstlerisch und stilgerecht ausgeführter Bauwerke. Keinem derselben fehlt es an dem obligaten Schmucke von Stuccatureu, Gemüldeu uud besonders reichlich ausgewendetem Marmor. Die St. Erhards-Pfarrkirche iu der Vorstadt Nonnthal nnd die Cajetanerkirche, die beiden ältesten der Reihe, wnrden vou dem baierischeu Hosarchitekteu Kaspar Zugalli aus München, die anderen aber, Dreisaltigkeits-, Ursnlinen- uud St. Johaunisspitals- Kirchc, von I. B. Fischer von Erlach ans Wien erbaut. Nebenbei bemerkt, ist auch die schöne Wallfahrtskirche Maria-Kirchenthal im Pinzgan ein Werk desselben Meisters. Nicht ohne Interesse scheint uns endlich noch, daß alle diese Kirchen, sowohl jene vou Zugalli als die von Fischer von Erlach, eine ausgesprochen centrale Anlage gemein haben, welche bei dreien derselben zum vollkommenen Rotundenbau mit Apsiden und Kuppelbekrönung entwickelt ist. Dem Rococostile ließ der schon vorhandene Kirchenreichthum der Stadt Salzburg wenig Raum mehr auf dem Felde der kirchlichen Architektur übrig. Das jüugste lustige Kind der Renaissance kehrte ja bekanntlich seine stärkste und liebenswürdigste Seite über- haupt dem Profanen zu, der Ernst der Kirche widerstrebte eigentlich seinem Naturell. Es ließ darum auch unsere älteren Kirchen, die Stiftskirche St. Peter, wie wir oben gezeigt, ausgenommen, ziemlich unbehelligt. Einen einzigen nennenswerthen Repräsentanten dieser Stilperiode besitzt die Stadt in der 1754 vom Grunde neu erbaute» Kirche St. Sebastian. Sie ist heute — vor dem Brande von 1818 mag es anders gewesen sein — herzlich nüchtern; nur ihr herrliches Marmorportal uud ein kunstvoll gearbeitetes Eisengitter, beide wahre Glanzleistungen des Rococo, nehmen das Interesse des Kunstfreundes in Anspruch. In de» Kirchen des Landes außerhalb der Hauptstadt war die Renaissance als Baustil zwar qnantitativ, wen ig aber qualitativ fruchtbar. Das Meiste, was sie dort schuf, ist praktisch verständig, für die vielfach geänderten Bedürfnisse des Cultus uud der Gemeinde oft sogar vortrefflich augelegt, in der Beschaffung von freiem Raum, Luft und Licht der Gothik vielfach überlegen, aber formenarm und nüchtern bis znr völligen Stillosigkeit. Den Mangel ersetzte freilich, nnd zwar meist im Rococostile, eine desto schmnckreichere innere Ausstattung, nicht selten in schreiender Überladung. Als kirchliche Bauwerke vou Bedeutung verdienen hier besonders genannt zu werde»: die große Stadtparrkirche iu Hall ein, an Stelle einer gothischen Kirche 1767 bis 1774 in nahezu profauisireudem Zopfstile erbaut; ferner die zweithürmigeu Wallfahrts- kirchen Mariaplain uud Kircheuthal, erstere 1674 erbaut und dnrch ihre reiche innere Ausstattung bemerkenswerth, letztere ein bis ans die unschöne Front durchaus », ZS«
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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