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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 548 -
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548 edel gehaltener Bau Fischers von Erlach aus dem Jahre 1700, endlich die Kirche in Dürnberg, ein weithin leuchtender Quaderbau aus rothem Marmor. Diese ist schon 1594 bis 1609 erbaut, eine der wenigen Kirchen, womit Erzbischos Wolf Dietrich das Land beschenkt hat. Aufsallend sind an ihren ziemlich trockenen Bauformen einige in so später Zeit überraschende Nachklänge der Gothik. Zur profanen Architektur der Renaissanceperiode übergehend, können wir fast nur von der S t a d t Sa lzburg redeu. Auf diese coneentrirte sich alles Bedeutende, was die Baulust der Landes- und Kirchenfürsten von Wolf Dietrich bis zur Säkularisation zu profanen Zwecken schuf. Obenan steht darunter das erzbischöfliche, nun kaiserliche Resideuzschloß im Herzen der Stadt, zur Unterscheidung vom Sommerschlosse Mirabell ehemals auch die Wiuterresidenz genannt. Es nimmt dieselbe Stelle ein, wo seit Anfang des XII. Jahrhunderts der Hof oder die Burg der geistlichen Landesherren, ein wie es scheint wirrer Komplex von Gebäuden jedes Alters, von denen keine wahrnehmbare Spnr mehr übrig ist, gestanden hatte. Als Erbauer der heutigen Residenz und Gründer ihrer neuere« Gestalt ist wieder Erzbischos Wolf Dietrich zu nennen; sie wurde indeß von seinen Nach- folgern fort und fort erweitert und verschönert. Es war kaum Einer, der sich nicht hier ebenso wie am benachbarten Dome in irgend einer Weise monumental verewigt hätte. Von einem einheitlichen Plane und Baustile kann bei solcher Entstehnng keine Rede sein. Die Residenz ist ein weitläufiges, vielgliedriges Gebäude mit drei großen Höfen und ebenso vielen Fronten, jede in einer anderen Stilart der Renaissance. Ihre Architektur ist durchaus prunklos, mit dem Banlnxns anderer Fürstenschlösser nicht zu vergleichen, aber groß- räumig und fürstlich vornehm gehalten. Eine Hauptzierde ihres Inneren wie Äußeren bilden die schönen, zum Theile prachtvollen Marmorarbeiten in Portalen, Brunnen, Treppenbalustraden und dergleichen. Sie enthält ungefähr 180 Gemächer, darunter eine stattliche Galerie und fünf Säle, mit Stnccatnren, Decken- und Wandgemälden wohl geziert. Ihre einst reiche Ausstattung wurde in der der Säcularisiruug nachfolgenden Kriegszeit, namentlich bei den Einfällen der Franzosen, gar sehr gelichtet. Erst in neuerer Zeit erfreut sich dieselbe, seit die Residenz zum Wohusitze von Mitgliedern des Aller- höchsten Kaiserhauses erkoren ist, wieder eines entsprechenden Zustandes. Von den verschiedenen Tracten der Residenz kehrt der südliche, mit dem großen sogenannten Earabiniersaale, seine Längenfront dem Dome zu. Sie ist eine Palastfront aus der Zeit Wolf Dietrichs im Gepräge der Spätrenaissance mit einfachen, etwas steife» Linien und arm an Plastik. Wir müssen sie aber deshalb besonders erwähnen, weil sie dem prachtliebenden Erzbischos Guidobald Thun (1654 bis 1668) den Anstoß zu einer der glücklichsten Banunternehmungen gab, die in genialer Weise die Architektur des Domes mit jener der Residenz zu einem ebenso großartigen wie malerisch wirksamen Ganzen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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