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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 552 -
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552 Bei weitem einfacher in der baulichen Erscheinung, jedoch in seiner Bedeutung als großartige Stiftung und Heilanstalt dem vorigen nicht nachstehend, ist das St . Johannisspi ta l desselben Erzbischoss Johann Ernst Thun. Die ausgedehnten Gebäude, am nordwestlichen Ende der Stadt frei aus Gärten anfragend, sind zu schlicht und prunklos durchgeführt, um auf den Namen eines Palastbaues Anspruch zu machen, verfehlen aber dennoch eines harmonisch ansprechenden Eindruckes und des großen Zuges uicht, der alle Bauten jenes Fürsten kennzeichnet. Die Mitte des Ganzen nimmt auch hier eine schmucke zweithürmige Kirche ein. Sie wurde mitsammt dem Spitale in den Jahren 1699 bis 1705 aufgeführt. Als Baumeister der Kirche erscheint wieder der oft genannte I. B. Fischer von Erlach urkundlich erwiesen; bei dem hohen Ansehen uud Vertrauen, dessen er sich bei dem fürstlichen Bauherr« unausgesetzt erfreute, ist kaum zu zweifeln, daß auch der übrige Bau nach seinen Plänen, mindestens unter seinem Einflüsse und Beirathe zustande kam. Die Disposition der weiten Jnnenränme und manches Kennzeichen decorativer Art bestärken diese Vermuthung, Des ehemals fürstlichen Hofmarstal les haben wir schon bei den Bauten Erz- bischos Wolf Dietrichs kurz erwähnt. Er nimmt noch heute trotz feiner Umgestaltung zur Kaserne, trotz erheblicher Verkürzung der Front und anderer erlitteneu Schäden, unter den Profangebäuden Salzburgs eine so hervorragende Stelle ein, daß einiges Nähere darüber hier am Platze erscheint. Noch immer imponirt er dnrch Größe und weist in Ban wie Einrichtung Überreste eines Lnxus auf, die seinen früheren Ruhm als schönster Marstall im deutschen Reiche wohl begreiflich machen. Namentlich ist es die Verschwendung von Marmor, die ihm solchen Ruhm erwarb. Der Marstall wurde in der Hauptsache vvu Erzbischvf Wolf Dietrich um 1607 erbaut, von seinen Nachfolgern aber vielfach verändert, verschönert uud erweitert. Heute uoch sehenswerth sind daselbst die Winter- und Sommer- reitschule, erstere von Guidobald Thun 1662 vollendet, mit einem großen Deckengemälde, das angeblich, aber kaum glaublich von Rottmayr herrührt, letztere mit drei in der Wand des Mönchsberges kunstvoll ausgehauenen Galerien, mit welchen Johann Ernst Thnn 1693 eines der bekanntesten Schaustücke Salzburgs schuf. Derselbe Fürst gab gleichzeitig auch der nördlichen Schmalseite des Gebäudes eine in lebhaftem Barockstile verzierte Frout mit einem großen Pracht thore aus Marmor, zu welchem (wie vermuthlich zur ganzen Front) gleichfalls wieder Fischer von Erlach den Entwurf lieferte. Nebstdem errichtete Erzbischvf Johann Ernst der gedachten Front gegenüber als Zugehör des Marstalles 1695 die schöne Pferdeschwemme mit ihrer schwungvoll gezeichneten und brillant gemeißelten Marmorbrüstung und der auf hohem Sockel aus der Mitte des Bassius emporragende« Statue eiues Pferdebäudigers. Die etwas später vom Erzbischvf Leopold Firmiau hierzu aufgeführte decorative Hiuterwand war mit viel
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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