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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 554 -
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554 Kennzeichen hohen Alters uns vor Augen. Das Gebäude stammt in seinem Kern auch iu der That gleich der Kirche aus dem Mittelalter. Überraschend und architektonisch wie malerisch bedeutend wirkt nur mehr sein Hof, und zwar durch den au die Wand des Möuchsberges gebauten Hintertract, der in zwei Galerien mit schlanken Pfeilern aus Marmor gegen den Hof sich öffuet. Die Erbauungszeit dieses Traetes ist unbekannt; charakteristische Merkmale weisen jedoch völlig sicher auf die Mitte des XVI. Jahrhunderts, somit auf die Erstlings- zeit der hiesigeu Renaissance, da sie die Gothik noch nicht vollends abgestreift hatte, zurück. Salzburg besaß im Mittelalter und wohl noch einige Zeit darüber nicht weniger als 40 Thore und Ausgaugspsorteu. Die meisten derselben verschwanden schon im XVII. Jahr- hundert mit dem Anwachsen der Stadt und ihrer neueren Befestigung aus Anlaß des dreißigjährigen Krieges. Aber auch von den 14 Thoren der späteren Zeit fiel die Mehrzahl iil unseren Tagen dem Drange der Stadterweiterung znm Opfer. Die noch bestehenden sechs haben ihre ehemalige Bedeutung gleichfalls eingebüßt und nur noch einigen decorativen Werth. Ein einziges Object dieser Art, obwohl streng genommen weder Bauwerk noch Thor zu nennen, spielt als unschätzbarer Verkehrsweg für die selsenumgürtete Stadt wie als Sehenswürdigkeit eine Rolle: das durch den Mönchsberg gebrochene Neu- oder Sigmundsthor . Es ist ein tunnelartiger, in großen Verhältnissen ausgeführter Felsen- dnrchbrnch von beiläufig 130 Meter Länge und 13 Meter Höhe, einer gewölbten Halle vergleichbar, mit reich, fast überladen verziertem Ein- und Ausgange. Der Schöpfer des seinerzeit viel bewunderten und noch heute imponirenden Werkes war Erzbischof Sigismund Schratteubach, desseu Reliefbild mit der stolzen Inschrift: »1e saxu loquunlul" über dein Eingänge prangt. Der Durchbruch selbst nahm kaum drei Jahre, 1765 bis 1767, iu Anspruch, die gänzliche Vollendung der Außenwerke erfolgte jedoch erst 1774. Wenn man bedenkt, daß bis dahin die größere Stadthälfte am linken Salzachufer in ihrer vollen Längenansdehnnng dnrch den Felsenwall des Schloß- und Mönchsberges mit seinem fast durchaus seukrechteu Gewände gegen außen abgesperrt war und uur am oberen und unteren Ende, zum Theile dem Flusse abgetrotzt, ein paar Ausgänge hatte, so kann die wohlthätige Wirkung dieses für seine Zeit kühnen Durchbruches uicht leicht zu hoch angeschlagen werden; sie kam uicht blos der Stadt souderu auch der Umgegend, die von dort erst ihre heutige Cultur datirt, zugute. Vou deu schönen Plätzen Salzburgs entbehrt keiner des monumentalen Schmuck- stückes. Die ansehnlichsteu wurden bereits an passender Stelle vorgeführt; wir haben denselben nur noch das schöne Standbild Wolfgang Amadeus Mozar t s von Schwanthaler auf dem Platze gleichen Namens anzureihen. Nebst diesen gibt es noch etwa ein Dutzeud künstlerisch ausgestatteter Zier- und Nutzbrunnen, alle von Marmor, durch die Stadt verstreut. Auch die Arkadengänge der alten Friedhöfe bei St. Peter und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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