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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 580 -
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580 Grummet per Hektar. Zur Bearbeitung des Bodens dient der gewöhnliche eiserne Pflug, mit welchem ziemlich schmale Beete von 4 bis 6 Furchen geackert werden. Im gebirgigen Theile des Landes herrscht jedoch, wegen der abhängigen Leiten, der Wende- oder Doppel- pflug vor. An steileren Stellen sind oft 3 bis 4 Personen nothwendig, um die Zugthiere zu leiten, den Pflng zu handhaben und den Dünger einzulegen, an welchem nicht gespart werden darf. Wie wenig zureichend übrigens der Getreidebau Salzburgs ist, mag aus dem Umstände ersehen werden, daß das Land eines bedeutenden Zuschusses au Getreide von außen bedarf, welcher sich jährlich auf circa 400.000 Hektoliter Weizen, Roggen und Gerste beläuft. Die zumeist nngedüngten Wiesen sind in ihrem Ertrage sehr verschieden, je nachdem sie in den fruchtbaren, von Bächen oder Flüssen durchzogenen Thälern liegen, wo sie leicht 25 bis 30 Doppelcentner Heu und Grummet liefern, oder hoch droben in den Bergen kleine Oasen bilden, die mit äußerster Anstrengung, häufig sogar mit Lebensgefahr gemäht werden und kaum alle 2 oder 3 Jahre einmal 3 bis 4 Doppelcentner Hen — allerdings von vorzüglichster Qualität — geben, welches im Winter auf Handschlitten heimgeholt wird. Der frühere große Holzreichthum des Landes und die besondere UnVerläßlichkeit der Witterung haben die Gepflogenheit entwickelt, auch das Heu der Thalwiesen ans diesen selbst in zahllosen kleinen „Holzstadeln" unterzubringen und dasselbe erst im Winter in die Wirthschaft heimzuführen. Die an versumpften Stellen vorkommenden sauren Wiesen, sowie über 1.000 Hektar Sümpfe mit Rohrwuchs liefern theils Pferdeheu, theils Streu, welch letztere in diesem Lande sehr gesucht ist, da es darau überall fehlt, ein Mangel, welcher in Verbindung mit den unzweckmäßigen Ställen die Viehzucht ungünstig beeinflußt. Diese Ställe — sogenannte Grubenställe — welche im Gebirge ausnahmslos vorkommen, haben weder gepflasterten oder gedielten Boden, noch einen Abfluß und werden, so lange das Vieh im Stalle ist, nur einmal (im Februar), und erst wenn das Vieh auf der Alpe weilt, zum zweitenmal? ausgemistet. So stehen und liegen die Thiere ununterbrochen im Dünger — ein wenig erfreulicher Anblick für den Züchter und den Thierfreund. Und doch ist es die Viehzucht, von deren Betrieb die wirthschaftliche Existenz und das Gedeihen der ländlichen Bevölkerung Salzburgs hauptsächlich abhängt, ein Productious- zweig, für welchen die Bedingungen des Gedeihens allerdings in hohem Maße vorhanden sind. Der Viehstand umfaßt ruud 11.000 Pferde, 150.000 Rinder, nahezu 60.000 Schafe, 20.000 Ziegen und 11.000 Schweine und ist es hauptsächlich die Pflege uud Zucht der dem Lande eigenthümlichen Pferde- und Rinderracen, welche für den Wohlstand von entscheidender Wichtigkeit ist. Das Salzburger Pferd der reinen, nnvermischt gebliebenen norischen Race ist ein anerkannt ausgezeichnetes schweres Zugpferd vou ungefähr 16 bis 17 Faust (168 bis
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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