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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 586 -
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586 trägt wirthschaftlich den Charakter des angrenzenden oberösterreichischen Hügellandes und Mittelgebirges an sich und läßt eine verständige, konservative, an dem schönen Baumstande sich erfreuende Benutzung erkennen. Im südlichen Theile des Flachgaues, nach der Cen- tralalpenkette zu, verschmelzen die wirthschaftlichen Formen des Waldes schon mehr und mehr mit der Eigenart des Hochgebirges. Hier weiß der Wald von mancherlei Kämpfen zu erzählen, Narben und Schrammen aller Arten bedecken seine felsige Stirn. Hier ist die rauhe, wetterharte Fichte in überwiegend reinen Bestünden Herrin der Waldregion, deren Boden sie nur in Flächen von geringer Ausdehnung mit der Lärche, Buche, Tanne und Kiefer und den gebirgliebenden Laubhölzern Ahorn, Erle, Alpenerle und wenigen anderen theilt. Allem Kampfe trotzend, hat sich die Fichte — namentlich im Pongau — noch in kräftigen, mafsenhaltigen, bis 1.000 Festmeter pro Hektar aufweisenden Beständen erhalten, ja sie klimmt in den Centralalpen selbst bis zu 2.000 Meter Seehöhe empor, während die Lärche (im Forstbezirke St. Michael) sich wohl noch höher hinanwagt und in verwetterten Horsten selbst die Höhe von 2.200 Meter behauptet. Der Alpenwald der höchsten Lagen ist kein Wald in gewöhnlichem Sinne mehr; der Taxator behandelt ihn als „außer Betrieb" stehend und merkt seine Holzmassen nicht vor. Die breiten Lagen der mittleren Waldregion öffnen sich nach oben in enger und enger werdende Streifen, die hier von den Wühlungen der Wildbäche, dort von den zerstörenden Wegen der Lawinen getrennt werden. Die Streifen lösen sich in Horste, die Horste in schüttere Gruppen auf und diese senden endlich ihre letzte Vorhut der Höhe zu. Inzwischen breiten sich, oft noch in mächtigeren Flächen, die den lockeren Boden mit tausend und abertausend Wurzelklammern fesselnden Legföhren aus. Über die buchstäblich „liegenden" Bestände dieser letzteren erhebt sich nicht selten ein riesiger Baumtorso, von Blitzen gespalten, vom Wetter gebleicht, silbergrau aus den „Latschen" emporragend. Bisweilen trifft man auch in der Hochregion noch größere Flächen mit mächtigen Stöcken bedeckt oder gewaltige, als Herdensluchtbäume vor Frevel gefeite Fichten, die im Kampf mit den Elementen immer wieder neue Wipfel gebildet und sich im Einzelnstande tief herab beästet haben. Es sind dies die Zeugen besserer Zeiten, die hier der Wald gesehen, Denkmäler des Niederganges der Holzvegetationsgrenze. Im Urgebirge solcher Lagen war ehemals auch die Zirbe in sehr ausgedehnten Flächen horstweise verbreitet. Man hat sie leider nicht geschont. Nach Zöt t l ' s Berichten wurden vor Zeiten aus dem Gebiete der Krimmler Ache Tausende von Klaftern dieses edlen Holzes in den Halleiner Rechen getriftet, um ihr nach Jahrhunderten zählendes Dasein unter den Salzpfannen zu beschließen. Wohl kommt heute die Zirbe noch immer, besonders in den ärarischeu Forstbezirken Wald, Mühlbach, Stuhlselden, Gastein und St. Michael, in ansehnlichen, nun wohlgehüteten Horsten, im letztgenannten Reviere bis auf 2.200 Meter Seehöhe vor, aber ihr früheres Feld wird sie nicht wieder erobern. Der jungverheiratete
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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