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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 590 -
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590 erzwungen oder, wie in den ausgeforsteten Gemeinden, dnrch staatliche Subventionen gefördert werden. Der Gebirgsbauer hat keinen rechten Glauben iu den Erfolg der künstlichen Anzucht des Waldes. — In den Staatsforsten hat man im Decenninm 1873 bis 1882 an 5700 Hektar mit Saat und Pflanzung in Bestand gebracht und die Pflanz- schulen um mehr als das Sechsfache erweitert. Doch hat dies bei weitem nicht genügt, die bedeutenden Aufforstungsrückstände zu bewältigen. Das Verhältniß zwischen der für die Dauer möglichen Holzerzeugung und der thatsächlichen Nutzung eröffnet keine ganz beruhigende Perspective. Ein ziemlich sicherer Anschlag über die dermalige Ertragsfähigkeit der Forste und den Bedarf des Landes an Holz ergibt zwar Deckung für letzteren, allein der Holzexport wächst und hat infolge der neuen Communicatiouen auch neue Wege eingeschlagen. Wenn er früher zumeist nur dem Laufe der schiffbaren, flößbaren und triftbaren Gewässer folgte, hält er sich heute, indem sogar die Flößerei nach der Donau sehr in Abnahme begriffen ist, an die Eisenbahn- linien. Ein Theil der Lungauer Hölzer erreicht gegenwärtig längs der regulirteu Mur den Weg nach der adriatischeu Küste, während die Brenn- und Nutzhölzer des großen Sammelgebietes der Salzach von der Gisela-Bahn aufgenommen werden. Dieser Umschwung in den Holzabsatzverhältnissen, im Vereine mit der Einführung der Kohlenfeuerung bei der Saline Hallein, hat den Bestand einer der größten und interessantesten Rechenanstalten Österreichs ernstlich in Frage gestellt. Es ist dies der im Jahre 1500 in Betrieb gesetzte große Griesrechen an der Salzach bei Hallein, wegen dessen bevorstehender Auflassung sich vor kurzem ein förmlicher Sturm im Lande erhob. Das Sammelgebiet des Halleiner Rechens, welcher das Triftholz von zahlreichen Seitenbächen der Salzach aufnimmt, umfaßt mehr als 100.000 Hektar Waldland, wovon 80.000 Hektar Staatsforste. Dieses imposante Triftbauwerk war demnach bis in die letzte Zeit für den Holztransport von größter Bedeutung. Noch im Decenninm 1871 bis 1880 wurden hier, sowie im nahe gelegenen Almrechen, jährlich 77.000 Meter Brennholz und 75.000 Stücke Nutzholz theils ein-, theils durchgetriftet, beziehungsweise geflößt. Ein Schleusenhaus mit 17 Hebthoren, in den Sechziger-Jahren mit den Kosten von einer Viertelmillion Gulden neu erbaut, regulirt den Wasserabfluß nach dem 1950 Meter langen, mit zahlreichen Abfallbächen und mehreren Stau-Brücken und Ländschwellen versehenen Rechenkanal, an den sich flnßwärts zwei große Länd- und Holzlegstätten anschließen. Heute ist dieses Werk an einen Privaten, der für die Erhaltung vom Ärar einen Beitrag bezieht, in Pacht gegeben. Es wird fich wohl kaum je mehr reutireu, die bedeutenden Erhaltungskosten, welche dasselbe beansprucht, aufzuwenden. Mit dem Halleiner Rechen wird ein ehrwürdiges Wahrzeichen des schönen Salzburger Landes, in welchem der früher innige Verband von Berg- und Forstwesen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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