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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 131 -
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131 Im Thal ist es ein Leiterwagen, ans den Bergen das „Geröd" (ein zweirädriger Wagen), im Winter ein Schlitten, auf welchen der mit der „Überdon" bedeckte Sarg nnn mit Stricken festgebunden wird. Ein Ochsenpaar oder ein Pferd wird vorgespannt, nnd so setzt sich der Zug in Bewegung, welchem die Leidtragenden folgen; voraus schreitet ein Mann mit einer Laterne oder mit einem Holzkrenz für das neue Grab, — ein schlichter, prunkloser Leicheneondnct, der unter keiner Bedingung vom sogenannten Kirch- oder Todtenwege abweichen darf. Im Möllthal glaubt man, daß die Pferde viel leichter ziehen, wenn sich ein Knabe oder ein Mädchen auf die Truhe setzt. Nach der Beerdigung — der landläufige Ausdruck dafür ist im Gailthal „Untermachen"— und nach dem Trauer- gottesdienst in der Dorfkirche, wobei die an den Betstühlen angeklebten Wachskerzchen für die arme Seele abgebrannt werden, findet am Friedhof die Betheiluug der Armen mit Weizenbroten — im Glanthal kommen bei besseren Leichen oft über hundert Arme zusammen, welche alle bewirthet werden — und im Gasthause der „Leichentruuk", bestehend ans „Geist", Wein und Brot, statt, welcher im Kärntner Oberlande das Finale jedes Leichenbegängnisses bildet. Uuter den nnterkärntnischen Slovenen wird wie unter den Deutschen Unterkärntens, namentlich im Lavantthal, das Todtenmahl (seckmina oder karmina) im Gasthause eingeuommen. Da kommt nebst Wein uud Bier auch Suppe, Schweinfleisch und Sauerkraut, dann Kaffee anf den Tisch. In den Zwischenpausen, wo aufgetragen wird, Pflegt man den Rosenkranz zu beten. Wie ans Allem ersichtlich, zieht dnrch die Sitten und Bräuche eine bajuvarische Eigen- thümlichkeit und in ihnen charakterisirt sich das liederreiche, biderbe Kärntnervolk, auf das zutreffend der Vierzeiler paßt, der da lautet: „Die kärntnerisch'» Lentlan Seint treu und bidar. Und a karntnerijches Liadl Hallt im Herz'n widar!" Deutsche Literatur, Dialect uud Dialect Dichtuug. Deutsche Li teratur . — Nach der stillen Klosterzelle führen um die Wende des XI. uud XII. Jahrhunderts die ersten Spuren deutscher Dichtung in Körnten. Es war damals eine böse Zeit, die Zeit des Jnvestiturstreites, und die Wogen des harten Kampfes zwischen Kaiser nnd Papst schlugen bis an die äußersten Marken deutschen Lebens. Allmälig kehrte die Ruhe wieder und Kärnten dürfte eines der ersten Länder gewesen sein, welches der Segnungen des Friedens theilhaftig wnrde. Damals hielt nämlich in Salzburg Erzbischos Gebhard den Krummstab in starker Hand und suchte durch Gründung s»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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