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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 135 -
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135 Hofe des Böhmenkönigs Ottokar II. lebte. Seine Dichtung ist eine Ergänzung zum Wolframschen Willehalm. — Von da ab verstummt der Kunstgesang. In anderen Ländern deutscher Zunge war er von den Höfen und Burgeu iu die Städte eingezogen, wo die Meister ihn pflegten. Kärnten fehlte es an größeren städtischen Gemeinwesen, es weiß daher wohl von Meistern, die knrze Zeit auf ihren Fahrten hier weilten, wie Heinrich von Meißen, zu erzählen, selbsteigene hatte es nicht. Dafür begann wie in den Nachbarländern auch hier das Volkslied sich seinen Boden zu erkämpfen, auf dem es bald frische Blüten trieb. Die Volksballaden, die uns freilich nur in karger Lese die Sammlung deutscher Volkslieder aus Kärnten von Pogatschnigg und Herrmaun bietet, reihen sich wohl den ältesten dieser Art an. Der größte Theil der älteren Volkslieder dürfte in letzter Zeit von der Flut der Vierzeiler hinweggespült worden sein. Das geistliche Lied, von dem man in den vergilbten „Liederbuscheu" (Liedersammlungen) unserer heutige» Kirchensänger noch gar manchen lieben Bekannten aus alter Zeit antrifft, fand seine Ausbildung wie in allen deutschen Landen so auch bei uns hauptsächlich in den Tagen der Reformation. Auch zu den sogenannten Exulantenliedern lieferte Kärnten sein gut Theil; es sind dies Reliquien aus den Tagen herber Trübsal, da mancher Edle, darunter auch Hans von Khevenhüller, die Heimat mit der Fremde vertauschen mußte. Die noch vor einem Menschenalter vom Landvolk mit Vorliebe gepflegten Klosterräthsel „Was ist Eins? Zwei? n. s. w." z. B.: „Mein Freund! was frägst du mi?" ,,„J frag du was is ans?"" „Ans, däs is Gott allan, der dä lebt und der dä schwebt Im Himmel und auf Erden" u. f. w. wurzeln ebenfalls in dieser Zeit. — Nicht minder gehören die dramatischen Darstellungen biblischer Stoffe nnd die noch heutzutage üblichen Weihnachts-, Dreikönigs- und Christi-Leidenspiele mit ihren Anfängen dieser Zeit an. Eine tranrig nüchterne Zeit folgte, die kein frisches Reis zn treiben vermochte. Die geistige Stumpfheit, welche die verheerenden Türkeneinfälle im XV. Jahrhundert erzeugten, der religiöse Streit des XVI. und die stnrmbewegte Zeit des XVII. Jahrhunderts nährten, vollendete die Bildungsrichtung, die nach der Gegenreformation von den Latein- schnlen ausging. Am Gymnasium zu Klagensurt war mit dem deutscheu Sprachunterricht auch das Lese» deutscher Schriftsteller ausgeschlossen nnd erst seit 1753 hören wir von der Aufführung deutscher Schulkomödieu daselbst. Kein Wnnder daher, wenn das dichterische Schaffen, eine ärmliche Nachahmung der zweiten schlesifchen Dichterschule, sich nur in schwülstigen lateinischen Lob- und Gelegenheitsgedichten und matten, witzlahnikn Epigrammen gefiel. Eine rühmliche Ausnahme macht das in lateinischen Hexametem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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