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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 140 -
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140 die wir den Substantiven, Adjectiven und Verben anhängen, in gewissen Füllpartikeln, in den eigenthümlichen Verstärkungs- und Abschwächungsmitteln oder endlich in den wnndersamen, dem Lande ureigenen Wortbildungen, — genug sie ist da und übt anch auf den fremden Kenner ihren eigenen Reiz. Oft nnd nicht mit Unrecht wird besonders von den Nachbarn dem Kärntner das „Lei lass'n" vorgeworfen. In einigen Fällen läßt sich das echt kärntnische lei mit nur , ebeu oder sogleich ersetzen, meist ist es aber nichts als eine Füllpartikel. Und doch trägt anch sie neben anderen Einschiebseln wie: ha?, wohl, namla, öpper, dazu bei, der Rede das Gepräge des traulich Behäbigen zu verleihen. — Der echte Kärntner „g'heit si' a lei uix"' um die Neckerei von Seite seiner Nachbarn. — Fragst du nach seinem Befinden — die Antwort wird sein: „nit gär aus^, lei guet sein läss'n". In der westlichen Hauptgruppe des Kärntner Dialeetes hat der Lessachthaler am meisten Eigenart und alterthümlichen Charakter in seiner Sprache zu wahren gewußt, was sich aus der natürlichen Abgeschlossenheit des Thalstrichs erklären läßt. Neben dem Urwüchsigen hat diese Mundart etwas besonders Anheimelndes, was wohl in der Erhaltung der Vollvocale seinen Gruud habe« dürfte. Manches Wort, das in der Schriftsprache längst untergegangen, hat der Bewohner dieses Hochthals erhalten, ja wollte man ihn nach dem Clemün des Ulrich von Lichteusteiu fragen, er wüßte gar wohl, daß damit sein Glamauu, das Friaul'sche Gemoua gemeint ist. In das obere Drallthal bis nahe an Sachsenburg, sowie in das Thalbecken des Weißensees dringt deutlich erkennbar noch der nachbarliche Pusterthaler Dialect herein, wenngleich er sich in weichere Formen schmiegt. Rauher dagegen und härter als die Sprache des Dranthalers ist die des Möl l tha lers . Bis in die jüngste Zeit ziemlich abgeschlossen von der Hauptverkehrsstraße uud der Außenwelt, hat er gleich dem Lessach- thaler besser und zäher seine Eigenart bewahrt als sein Nachbar. Besonders rauh ist die Mundart im sogenannten Großkirchheim, dem oberen Theile des Möllthals; gegen Osten, in den unteren Thalstufen, nimmt die Härte mehr und mehr ab, die Lauteigenthümlich- keiten werden mit der Verbreiterung des Thals spärlicher, der ganze Sprachcharakter weicher. Das über eiueu großeu Theil des Kärntner Oberlandes verbreitete sogenannte Ratschen, eine besonders scharfe Aussprache des r, tritt hier am stärksten ans, ja nicht selten wird dem anlautenden r noch in alter Weise ein h vorgesetzt. „Was werjchte sür a Brautklad hab n, O Jungfrau hrein?" (Altes Volkslied.) Vom Pnsterthaler hat der Möllthaler auch das scht angenommen, aber auch allein- stehendes s verwandelt sich bei ihm öfter in fch. So : Gläsch, Hansch, Kasch'r/' Auch das ' Kümmert sich nicht. - Nicht übel. ^ Glas, Hans, Käser — Alpenhntte.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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