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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 146 -
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146 Übersetzung desselben Wortes, ähnlich wie sie im Sagennainen Perhtrababa aus perhta uud baba vorliegt), im Lavautthal werden sie „Gözenweiber" genannt. Auch sie Hausen oben in den Felsen der Berge. Stets sind es wilde nnd malerisch gelegene Felswände und Wüsteneien, wohin die Sage ihren Aufenthalt zu verlegen pflegt, so die steilen Mauern auf der Plouspitze im Möllthal, die Karswände im Malnitzthal, die Felswände der Rädern bei Feistritz im Maltathal, die Wände uud Abstürze an der Zanken und am Reiskofel im oberen Gailthal und dergleichen. Hier Hausen sie nach menschlicher Art. Wenn nach einem Regen weiße Wolkenstreifen um diese Wände, Schluchten und Höhlen ziehen, heißt es bei dem Volke: „jetzt hängen die Saligen ihre Wäsche ans". Es sind gutartige Weseu, welche den Menschen gern mit Rath uud Hilfe zur Seite stehen; in geheimnißvollen Stimmen geben sie ihnen an, wann sie säen oder jäten sollen. Peitschenknall, muthwilliges Fluchen und andere Bosheiten der Menschen haben sie jedoch vertrieben, nur befouders begnadete Menschen können sie noch manchmal sehen uud ihre Stimmen vernehmen. — Neben diesen beiden Gestalten erscheinen in der Sage des deutschen Volkes noch zahlreiche andere Wesen geringeren Glanzes, aber doch mit mehr oder minder scharf ausgeprägter Physiognomie, wie der Wassermann (im Möll- und Dranthal: Blnetschink), die Fener- geisteln, der Schab (Schanbe), eine feurige Lnsterscheinnug, die sich Nachts auf den Dächern der Häuser niederläßt, in denen geflucht und gefrevelt wird, die Berg- und Waldmauudlu, dauu die unheimlichen Geister der Almen: das Käsmanndl, die wilden Sender, die wilde Fahre (Almfahrt, Nachtvolk). — Verhältnißmäßig deutlich tritt in einer Anzahl von Sagen des Ober- und Unterlandes die Gestalt der Perchtl hervor, des verzerrten Bildes der altdeutschen Göttin Perahta. In den einzelnen Sagen führt sie verschiedene Namen, bald heißt sie einfach „Perchtl", bald „wilde Perchtl" (zum Unterschied von der dramatisch dargestellten „Kinderperchtl"); wo Deutsche uebeu Slaven wohnen und in vormals von Slaven besiedelten, heute deutschen Gebieten hört man den Namen Perhtrababa, ein aus deutschen und slavischen Elementen zusammengesetztes Wort. Nach einer Tradition soll sie eine Schwester der Mutter Gottes, uach einer anderen dagegen eine der Wileweiß sein. Bald soll sie an Brunnen und Quellen, bald tief im Gebirge Hausen. Um die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreiköuigstage zieht sie mit ihrem Gefolge, einer Schar von Kindern, die ungetanst gestorben sind, in der Welt herum. Auf dieser Fahrt kommt sie auch in die Häuser der Menschen, sieht nach, ob man ihr die schuldigen Opfer gereicht habe und ob die Spinnrocken der Dirnen zu Ende gearbeitet wären. — Ein großer Theil der Sagen dieser Gruppe handelt vom Teufel und seiner Sippschaft. Er wird mit einer Menge verschiedener Namen bezeichnet, er heißt: Gangger, Ganggerl, Wanker, Wankerl, Fankerl, der Lethige und dergleichen. Und was weiß man von ihm nicht zu erzählen! Jede Gestalt vermag er anzunehmen, er erscheint bald in der eines Thieres, bald als grüner Jäger, um
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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