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gholt. — Kimmt älls af de Gwonheit an, hat der Teufel gsagg, wia er in an alts Weibele
gfährn is. — Mit a Bisl Geduld kämmer's weit bringen, hat der Schneck gsagg, wia er
afn Zaun anfegstign und abrgfäln is. — Ma is sei Löbtig zan lernan nit z'ält, hat an
älts Weibele gsagg, da hat sie noch hechsen glernt. — Häntwerch hat an guldauan
Boden, sägt der Bettler afn Kirchtig. — Sei se, wie se will, tanzn tnet se gnet, hat
der Blinde gsagg.
Dann einige von der gewöhnlichen Art: Wo's Brauch is, lögeus die Kuah ins
Böt. — In der Not frißt der Tenfel Fliagn. — Arme Lent kochent mit Wäser (Wasser).
— Umasnnst holt an nit amäl der Teufel. — Wer's Glück hat, deu kälbt a der Ochs. —
Hol der Fuchs die Heauar, der Häue kert 'u Bauer. — Der aue jagt den Hafen, der
ändere fängg eam. — Wün der Bauer afs Roß kimmt', so derreitet eam der Teufel. —
Was versteat der Ochs von aner Mufchkatnuß. — In der Rächt feint älle Küah schwarz.
— Z'guet sau is hälbental liaderli. — Übern Wötrkrenz is ka Snnt. — Über an niadn
Berg geat a Wög. — Die Jahr vergeant wia der Rauch in Wint.
In einzelnen derartigen Volkssprichwörtern wird die Formelhaftigkeit noch durch
Vers uud Reim gesteigert. Solche Sprüche werden früher oder später zu Volksliedern,
sofern sie nicht etwa selbst nur Bruchstücke eiues vier- oder mehrzelligen Liedes sind, z. B.:
Der ane jägt Häsen, der ändere Füchs. — Af der abghazten Feuerstät briuuts wieder
gern. — A Schwälm mächt kan Summer, a Maurer ka Haus. — Wer nit guet tängeln
kän, kän nit guet mauan (mähen). — Der Teufel bleibt Teufel, is er schwärz oder weiß.
— Wän du willst gfchimpft wern, mneßt du heiratn, wän du willst globt weru, mueßt
sterben. — Wäus Gott will, wächst af der Häsl a Peitschenstiel. — Wäns af die Ärl
(Pflug) schneibt, schneibts ä af die Töcklan.
Alsthen, ^>agen und Volkslieder der s lovenen.
Die Märcheu der Kärntner Slovenen unterscheiden sich bezüglich ihres Inhalts
in nichts von denen ihrer Stammesbrüder jenseits der Karavanken. Doch hat die Nachbar-
schaft der Deutschen, von denen sie keine natürliche Grenze scheidet, sowie der seit Jahr-
hunderten vorwärtsschreitende Proceß der Germanisirnng insoserne auf die traditionelle
Literatur der Slovenen eingewirkt, daß manches, was in Krain noch kräftig lebt, hier
bereits völlig der Vergessenheit anheimgefallen (Catez, Volkodlak) oder doch verdunkelt und
trümmerhaft überliefert ist (historisches Volkslied); anderes ist durch verwandte Gestalten
ans dem deutschen Märchenschatz ersetzt worden (salige Franen, Perchta).
Die Sonnenniythen erzählen vom Glasberg, vom Königssohu, der die drei
goldeueu Feder» des gläsernen Mannes holt; der Sonnenprinz gewinnt die goldene
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Band 8
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kärnten und Krain
- Band
- 8
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 23.03 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch